Im vergangenen Jahr wurden 13 Frauen von ihrem Partner getötet

Im vergangenen Jahr wurden 13 Frauen von ihrem Partner getötet

Corona-Pandemie führt zu Anstieg von häuslicher Gewalt

In Israel steigen während der Corona-Pandemie die Fälle häuslicher Gewalt an. Derweil vermelden die Behörden die höchste Zahl an Neuinfektionen seit zwei Monaten.

JERUSALEM (inn) – Die Zahl der Hilfegesuche von Opfern häuslicher Gewalt hat sich in Israel während der Corona-Pandemie um 26 Prozent erhöht. Das geht aus einem Bericht über Kommunalbehörden hervor. Im Jahr 2020 sind demnach die polizeilichen Ermittlungen wegen häuslicher Gewalt um fast ein Viertel (22 Prozent) angestiegen. Insgesamt wurden 13 Frauen im vergangenen Jahr von ihrem Partner getötet. Das entspricht einem Anstieg von 160 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Am Donnerstagmorgen vermeldete das Gesundheitsministerium 307 Neuinfektionen seit Mittwoch. Das entspricht dem höchsten Tageswert seit mehr als zwei Monaten. Etwa 0,6 Prozent aller durchgeführten Tests waren positiv. 1.990 aktive Fälle sind den Behörden bekannt. Das Gesundheitsministerium rechnet mit 500 bis 600 täglichen Neuinfektionen in der kommenden Woche. Ursache für die steigende Zahl sei die hochansteckende Delta-Variante des Virus. Zeitgleich war der Juni der Monat mit der niedrigsten Zahl an Todesopfern: Sechs Menschen verstarben im Zusammenhang mit dem Virus.

Einschränkungen im Flugverkehr drohen

Sollte die Morbidität weiter ansteigen, könnte der Flugverkehr erneut eingestellt werden, sagte Innenministerin Ajelet Schaked (Jamina) am Mittwoch bei einem Besuch des Ben-Gurion-Flughafens. „Die Situation ist heute anders als noch vor ein paar Monaten“, dennoch sei das Ziel, den Flugverkehr nicht einzuschränken. Reisende, die aus Ländern mit der höchsten Risikostufe nach Israel einreisen, müssen in Quarantäne – unabhängig von einer Impfung.

Die akademische Hochschule für Ingenieurswesen, Afeka in Tel Aviv, wurde indes für ihr Krisenmanagement in der Corona-Pandemie ausgezeichnet. In einem internationalen Ranking belegt die Hochschule den neunten Platz. Erstellt wurde die Auflistung von der „Conference of the Hanseatic League of Universities“, einer Organisation, die regelmäßig innovative Forschung und Lehre auszeichnet. Der Präsident von Afeka, Ami Mojal, zeigte sich erfreut: „Wir haben viel Aufwand und Ressourcen investiert, damit die Lehre trotz der Pandemie weiter stattfinden kann.“

Von: mas