In der Werbung für Zusammenleben zeigen Unternehmen ihre Mitarbeiter mit unterschiedlicher Herkunft

In der Werbung für Zusammenleben zeigen Unternehmen ihre Mitarbeiter mit unterschiedlicher Herkunft

Unternehmen und Fußballer werben für Koexistenz

Die Bilder der Gewalt aus israelischen Städten haben viele erschüttert. Mehrere Unternehmen werben nun für das Zusammenleben. Auch Fußballer der Nationalmannschaften melden sich zu Wort.

JERUSALEM (inn) – Angesichts der Unruhen in Israel zwischen Juden und Arabern haben mehrere Unternehmen für das Zusammenleben der beiden Gruppen geworben. Ein Werbespot zeigt Bilder von jeweils zwei Mitarbeitern jüdischer und arabischer Herkunft. Am Ende ist auf Arabisch und Hebräisch zu lesen: „Wir leben zusammen, wir verdienen zusammen unseren Lebensunterhalt, zusammen werden wir die Gewalt beenden und wieder einander respektieren.“

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An dem Spot haben sich zwölf größere Unternehmen beteiligt, darunter die Bank HaPoalim, die Lebensmittelhersteller Osem, Strauss und Tnuva, die Supermarktkette Super-Sal und die Einzelhandelskette Fox. Auch der israelische Herstellerverband und der Dachverband der israelischen Gewerkschaften, Histadrut, unterstützen die Aktion.

Die Bank Le'umi veröffentlichte einen Kurzfilm mit dem arabischen Vorsitzenden Samer Chadsch Jechia und dem jüdischen Geschäftsführer Chanan Friedman. Darin betonen sie das Recht auf unterschiedliche Meinungen, die jedoch immer mit Respekt geäußert werden müssten. Zu Israel sagen sie: „Das ist ein Ort, der uns allen wichtig ist.“

Email-Aufruf vom Geschäftsführer

Versuche, den Zusammenhalt zu stärken, gibt es auch in anderer Weise. Der Geschäftsführer des Zelltherapie-Unternehmens Pluristem, Jaki Janai, rief die Mitarbeiter dazu auf, ihrem Umfeld zu schildern, wie das Zusammenleben funktioniert: „Erzählen Sie Ihren Freunden am Telefon oder im Internet von Ihrem jüdischen Freund, den Sie wirklich mögen, erzählen Sie Ihren Freunden von Ihrem arabischen Freund, der mit Ihnen im Team arbeitet. Erzählen Sie, dass sie zusammen leben, essen und träumen.“

Das Unternehmen ist in Haifa angesiedelt und beschäftigt rund 160 Menschen unterschiedlicher Herkunft. Janai sieht das Unternehmen als israelischen Mikrokosmos: „Es ist einfach, zu zerstören, und viel schwerer, damit aufzuhören und aufzubauen“, schrieb er weiter laut dem israelischen Magazin „Israel 21c“. „Verlieren Sie nicht das Ziel aus den Augen: Einen nachhaltigen Fahrplan für eine gesündere, friedvollere Zukunft in Israel.“

Fußballer: Wir sind eine Mannschaft

Auch aus anderen Bereichen der Gesellschaft kommen Botschaften zum Zusammenleben. Der Israelische Fußballverband veröffentlichte am Donnerstag einen Kurzfilm, in dem Nationalspieler zu Wort kommen: Kapitän Bibras Natcho, Nationalstürmer Manor Solomon, die Kapitänin der Frauen-Nationalmannschaft, Karin Sendel, und Nationaltorhüter Mahmud Kanadil. Sie fordern ein sofortiges Ende der Gewalt. „Wir alle sind eine Mannschaft, für uns gibt es einen Staat.“ Der Clip endet mit dem Spruch: „Gemeinsam werden wir gewinnen.“

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Opfer von Mobgewalt erliegt Verletzungen

Vorerst zeigt sich auf einigen Straßen jedoch weiter ein anderes Bild. Die Regierung bewilligte am Dienstagmorgen eine Verlängerung des Ausnahmezustands in Lod. Damit gilt auch weiterhin eine Ausgangssperre für die Einwohner. In ganz Israel kam es am Montag wieder zu Unruhen. In diesem Zusammenhang nahm die Polizei 71 Menschen fest.

Am späten Montagnachmittag erlag ein Opfer der Mobgewalt in Lod nach knapp einer Woche seinen Verletzungen: Arabische Aufständische hatten Jigal Jehoschua vergangenen Dienstag mit einem Ziegelstein am Kopf verletzt. Der 56-jährige Elektriker befand sich gerade auf dem Weg nach Hause.

Von: df