In den Tagen rund um den Jerusalem-Tag sind überall in der Stadt Israelflaggen zu sehen

In den Tagen rund um den Jerusalem-Tag sind überall in der Stadt Israelflaggen zu sehen

Wiedervereinigung Jerusalems jährt sich zum 54. Mal

Gebete an der Klagemauer, geöffnete Museen und Stadtführungen – viel Programm steht an für die Feierlichkeiten am Jerusalem-Tag. Indes verringert sich der Anteil jüdischer Einwohner.

JERUSALEM (inn) – Am heutigen Montag begeht Israel den „Jerusalem-Tag“ (Jom Jeruschalajim). Er erinnert an die Wiedervereinigung Jerusalems und die damit verbundene Möglichkeit des Zugangs zur Klagemauer. Vor 54 Jahren hatte Israel Ostjerusalem im Sechs-Tage-Krieg erobert und die beiden getrennte Stadtteile wieder vereint. Nach dem jüdischen Kalender findet der Feiertag am 28. Ijar statt.

Die Festlichkeiten begannen bereits am Sonntagabend mit einer traditionellen Gebetsveranstaltung vor der Klagemauer. In diesem Zug gedachten Israelis erneut der Opfer des Unglücks am Berg Meron. Außerdem wurden Dankesgebete gesprochen, weil Israel die Corona-Pandemie offenbar überstanden hat. Anwesend waren unter anderen die beiden Oberrabbiner, Rabbi Jitzchak Josef und Rabbi David Lau, der für die Klagemauer zuständige Rabbi Schmuel Rabinovitz, sowie der Jerusalemer Bürgermeister, Mosche Leon (Jeruschalajim Schelanu). Die Veranstaltung wurde auf YouTube live übertragen.

Geöffnete Museen und Stadtführungen

Rund um den Jerusalem-Tag gibt es zudem viele weitere Aktionen. Museen und historische Stätten werden ihre Türen bis um 23 Uhr geöffnet haben. Darunter sind beispielsweise die Davidszitadelle, die Tunnel der Klagemauer oder das Herzl-Museum. Viele Hotels bieten spezielle Preise an. Das Jerusalemer Forschungsinstitut Jad Ben Zvi bietet überdies eineinhalbstündige Stadtführungen an. Am Montagabend findet ein traditioneller Flaggentanz statt.

Dieses vielfältige Angebot soll dafür sorgen, dass alle Israelis und nicht nur nationalistisch-religiöse Gruppen einen Zugang zu den Feierlichkeiten finden, erklärte der Generaldirektor des Jerusalem-Ministeriums, Avi Cohen. In den vergangenen Jahren war der Jerusalem-Tag vermehrt mit einem Marsch durch den arabischen Teil der Stadt aufgefallen. Von arabischen Bewohnern war dieser als Provokation angesehen worden.

Anteil der jüdischen Bevölkerung sinkt

Mehr als fünf Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung zeigt sich ein verändertes Bild der Bevölkerung: Waren 1967 noch 74,2 Prozent der Menschen in Jerusalem jüdisch, so sind es 2021 nur noch 62 Prozent. Der Anteil der arabischen Bevölkerung ist gestiegen. Heute sind 38 Prozent der Jerusalemer arabisch, 1967 waren es 25,8 Prozent. Dies zeigt eine neue Studie des Jerusalemer Instituts für politische Forschung. Insgesamt hat Jerusalem etwa 936.000 Einwohner.

Von: val