Szene auf dem Machane-Jehuda-Markt in Jerusalem (Archivbild)

Szene auf dem Machane-Jehuda-Markt in Jerusalem (Archivbild)

Anteil der Juden schrumpft

Anfang des Jahres ist der jüdische Bevölkerungsanteil Israels unter 74 Prozent gesunken. Die Tendenz zeigt weiter nach unten. Einigen bereitet das Sorgen.

JERUSALEM (inn) – Anlässlich des 73. israelischen Unabhängigkeitstages hat das Zentrale Statistikbüro aktuelle Zahlen zur Bevölkerung des Landes veröffentlicht. Der Nationalfeiertag beginnt am Abend des 14. Aprils und endet am Abend des 15. Aprils. Zum Januar meldete das Büro bereits, dass der jüdische Bevölkerungsanteil erstmals unter 74 Prozent gefallen ist. Er liegt nun bei 73,9 Prozent. Als der Staat Israel 1948 gegründet wurde, machte Juden noch 82,1 Prozent aus. Zum 70. Jahrestag betrug der Anteil noch 74,5 Prozent.

Die Daten zeigen, dass mittlerweile 9,327 Millionen Menschen in Israel leben. Davon sind 6,984 Millionen Juden. Rund 1,966 Millionen sind Araber – etwa 21 Prozent. Dazu zählen sowohl Muslime als auch christliche Araber, Armenier sowie Drusen. Etwa 467.000 Menschen (5 Prozent) werden keiner der beiden Gruppen zugerechnet. Sie sind beispielsweise nicht-arabische Christen.

Seit dem vorigen Unabhängigkeitstag ist die Bevölkerung um 1,5 Prozent, also um 137.000 Menschen, gewachsen. Die Zahl setzt sich zusammen aus 167.000 Neugeborenen, 16.300 Einwanderern und 50.000 Menschen, die starben. Seit der Staatsgründung Israels sind rund 3,3 Millionen Menschen ins Land eingewandert. Heute leben etwa 46 Prozent der jüdischen Weltbevölkerung in Israel.

Das Zentrale Statistikbüro stellt die Prognose auf, dass bis 2030 in Israel 11,1 Millionen Menschen leben werden. Im Jahr 2040 sollen es schon 13,2 Millionen sein.

Einige beunruhigt

Dem Geschäftsführer der Organisation „Zentrum für Israelische Immigrationspolitik“, Jonathan Jakubowitz, bereitet die demografische Entwicklung Sorgen: „Der Anteil der jüdischen Bevölkerung im Staat Israel ist weiter rapide gesunken, größtenteils wegen Immigration. Doch die Mehrheit der Öffentlichkeit ist sich der tektonischen Verschiebung nicht bewusst.“ Er fordert eine Migrationspolitik, die „Israels Interessen als jüdischer und demokratischer Staat schützt“.

Von: tk