Kirchliche Organisationen bieten vielen Palästinensern Arbeitsplätze

Kirchliche Organisationen bieten vielen Palästinensern Arbeitsplätze

Christliche Einrichtungen spielen wichtige Rolle bei Palästinensern

In den palästinensischen Gebieten sind nur etwa 2 Prozent der Bevölkerung Christen. Dennoch üben sie durch soziale und andere Einrichtungen einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft aus.

RAMALLAH (inn) – „Palästinensische Christen haben weiter eine lebendige und starke Präsenz in Palästina, trotz ihrer geringen Anzahl.“ Das schreibt die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA und beruft sich dabei auf eine neue Studie. Diese haben das College für Künste und Kultur der Dar-al-Kalima-Universität in Bethlehem und der Katholische Verband für Wohlfahrt in Nahost (CNEWA) am Dienstag in einer Online-Pressekonferenz vorgestellt.

Die Studie befasst sich mit kirchlichen Einrichtungen. Sie trägt den Titel: „Kartierung der christlichen Organisationen in Palästina: Beitrag und Einflüsse auf die örtliche palästinensische Gemeinschaft im Westjordanland, dem Gazastreifen und Ostjerusalem“. Demnach spielen mit der Kirche verbundene Organisationen eine wichtige humanitäre und entwicklungspolitische Rolle in den muslimisch dominierten palästinensischen Gebieten.

Die Studie entstand unter der Leitung des Jerusalemer Entwicklungsberaters George Akrusch. Sie habe gezeigt: „Trotz ihrer schwindend geringen Größe im Vergleich zu Gemeinschaften anderer Glaubensrichtungen blüht die christliche entwicklungspolitische und humanitäre Arbeit weiter.“ 90 Prozent der Empfänger seien keine Christen.

Drittgrößter Arbeitgeber

Die Verfasser der Studie haben 296 Einrichtungen untersucht. Dazu gehören Schulen, Universitäten und Berufsbildungszentren, aber auch Einrichtungen für medizinische Versorgung. Hinzu kommen kulturelle und touristische Zentren, Jugend- und Pfadfinderzentren, ein Umweltzentrum und 21 Entwicklungsbehörden. Sie böten Hunderttausenden Palästinensern vielfältige Dienste „als Teil der christlichen Identität und Kultur“, heißt es weiter.

Die kirchlich geprägten Organisationen gelten als drittgrößter Arbeitgeber nach der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und dem UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge in Nahost (UNRWA). Sie beschäftigen 9.098 Angestellte – 5.017 Christen und 4.081 Muslime. Von den Diensten profitieren der Studie zufolge 37 Prozent der Palästinenser und damit jedes Jahr mehr als 1,9 Millionen Menschen. Die meisten von ihnen seine Muslime.

Nach Angaben des Palästinensischen Zentralen Statistikbüros (PCBS) waren im Jahr 2017 insgesamt 46.850 Christen registriert. Sie machen etwa 2 Prozent der Bevölkerung in den Palästinensergebieten aus.

Von: eh