Die Berichte über negatives Verhalten israelischer Touristen in Dubai häufen sich

Die Berichte über negatives Verhalten israelischer Touristen in Dubai häufen sich

Israelische Touristen benehmen sich in Emiraten daneben

Viele Israelis sind beschämt, aber nicht überrascht: Ihre Landsleute haben sich bereits in den ersten Wochen nach der Normalisierung einen schlechten Ruf in den Emiraten erworben. Israelische Touristen klauen aus Hotels alles, was nicht niet- und nagelfest ist, lautet ein Vorwurf. Damit scheinen sich Befürchtungen von Außenminister Aschkenasi zu bewarheiten.

DUBAI (inn) – Seit mehreren Wochen häufen sich Berichte über israelische Touristen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die einen negativen Eindruck hinterlassen. Im Zuge der Abraham-Abkommen können Israelis den Golfstaat besuchen. Das erste Flugzeug mit Urlaubern landete Anfang November in den Emiraten. Allein im Dezember zog es 66.000 Israelis dorthin, besonders nach Dubai.

Laut Medienberichten und Reiseveranstaltern haben die ersten Reisenden das israelische Image schwer beschädigt. Das Nachrichtenportal „Middle East Monitor“ zitiert einen namentlich nicht genannten Manager eines Hotels im Burdsch Chalifa, dem höchsten Gebäude der Welt: „Wir empfangen hunderte Gäste aus aller Herren Länder. Manche verursachen Probleme. Doch wir haben nie zuvor erlebt, dass wir bestohlen wurden.“ Israelische Touristen hätten in seinem Hotel Handtücher, Tee, Kaffee und sogar Lampen aus den Zimmern entwendet.

Der Manager berichtet: „Einmal kam eine israelische Familie mit zwei Kindern zum Check-Out. Wir fanden heraus, dass Gegenstände aus ihrem Zimmer fehlten. Als unsere Angestellten versuchten, sie darauf anzusprechen, begannen sie zu schreien.“ In den Reisetaschen fanden die Hotel-Angestellten geklaute Eisbehälter, Kleiderbügel und Handtücher. Erst nachdem das Personal der Familie erklärte, es werde die Polizei verständigen, stimmte diese zu, die Sachen zurückzugeben.

„Visa zu günstig“

Neben Diebstahl berichten Reiseunternehmen von ausufernden Partys, zu Schrott gefahrenen Luxusautos und Israelis, die entgegen der Regeln in ihren Hotelräumen rauchen und kochen. Einige hätten Spirituosen aus der Minibar durch Wasser ersetzt, um die Getränke nicht bezahlen zu müssen.

Die Besitzerin des Reiseunternehmens Travelicious mit Hauptsitz in New York, Amalia Lasarov, sagte gegenüber der israelischen Zeitung „Yediot Aharonot“: „Ich arbeite seit zwölf Jahren in den Emiraten und anderen arabischen Ländern. Es freut mich zu sehen, dass Israelis hier endlich willkommen geheißen werden, nachdem sie jahrelang nur davon geträumt haben. Nun droht das alles zu zerplatzen, wegen des unangemessenen Verhaltens.“

Die gebürtige Israelin fürchte, dass dies „ein böses Ende“ nehmen werde. Die Unternehmerin schlägt vor: „Israelis sollten eine Art Training durchlaufen, bevor sie die arabische Welt besuchen. Und 95 Dollar für ein Visum sind nicht genug.“ Eigentlich hatten Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate ein Abkommen über Visafreiheit vereinbart. Die Emiratis teilten am Montag mit, die Befreiung bis zum 1. Juli auszusetzen. Als Grund nannten sie die Corona-Pandemie.

Der ägyptische Reisevermittler Omar Abu Chaled bedauerte gegenüber „Yediot Aharonot“: „Es gibt keine großzügigeren und freundlicheren Menschen als Israelis. Und niemanden, der mehr Spaß im Urlaub sucht. Aber einige verstehen einfach nicht, wo sie hier sind und wie sie sich verhalten sollten.“ Der israelische Reiseunternehmer Jehuda Nathanson beklagt: „Ich bezweifle, dass irgendjemanden in Israel diese Geschichten überraschen. Wir erinnern uns an die gleichen Geschichten an anderen Urlaubsorten wie der Türkei, und es ist eine Schande.“

Netanjahu hatte Verhaltenskodex angeregt

Premierminister Benjamin Netanjahu hatte Derartiges befürchtet. Bereits im November hatte er die Herausgabe eines Verhaltenskodex' für israelische Touristen angeregt. Auch Außenminister Gabi Aschkenasi soll laut einem Bericht des Fernsehsenders „Kan“ in einer Kabinettssitzung gesagt haben: „Israelis wissen sich manchmal nicht zu benehmen.“ Er befürchtete, sie könnten sich von ihrer schlechten Seite zeigen und „diplomatischen Schaden“ verursachen. Diese Sorgen scheinen sich zu bestätigen.

Die Zeitung „Yediot Aharonot“ berichtet von einem weiteren „ekelhaften Phänomen, das mit Flügen nach Dubai begann – Gruppen von Männern aus Israel, die mit so vielen Prostituierten wie möglich schlafen“. Auch arabische Medien berichten, dass israelische Männer in Dubai „einen neuen Fleischmarkt“, beziehungsweise ein neues „Bukarest oder Bangkok“ entdeckt hätten. Obwohl illegal, ist Prostitution in den Emiraten weit verbreitet. Insbesondere Dubai gilt als „Top-Ziel für Sextourismus“ im Nahen Osten.

Von: tk