Der Bürgermeister der Stadt Hod HaScharon, Amir Kochavi, macht sich ein eigenes Bild von der Lage

Der Bürgermeister der Stadt Hod HaScharon, Amir Kochavi, macht sich ein eigenes Bild von der Lage

Starke Regenfälle führen zu Überflutungen

Der November 2020 könnte der regenreichste Monat seit 1994 werden. Grund ist ein seit Mittwoch anhaltender Wintersturm. Der Regen stellt die israelische Infrastruktur auf eine harte Probe.

JERUSALEM (inn) – Starke Regenfälle führen seit Mittwoch in vielen israelischen Küstenstädten zu Überschwemmungen und verursachen große Schäden. Eine Vielzahl von Straßen steht unter Wasser. Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet, könnte der November der regenreichste Monat seit 1994 werden. Mit einem Ende der Regenfälle rechnen Meteorologen erst am Wochenende.

Am stärksten betroffen sind die Städte Hod HaScharon, Herzlia, Aschkelon und Naharia, die seit Mittwoch über 100 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter verzeichneten. Dutzende Menschen mussten von Rettungskräften aus ihren Autos gerettet werden. „Ich denke, wir können uns sehr glücklich schätzen, dass es keine Opfer gab“, sagte Hod HaScharons Bürgermeister Amir Kochavi. Schuld an den Überschwemmungen trägt für Kochavi der Klimawandel und das „hemmungslose Bauen“. Dennoch seien Millionen von Schekel auch in Infrastruktur geflossen, um Überschwemmungen zu verhindern. Das sehen die Bewohner der betroffenen Gebiete jedoch anders. „Ich bin sicher, dass die Abflüsse verstopft waren“, sagte Itzik Gutterman gegenüber der Zeitung „Yediot Aharonot“.

Das Landwirtschaftsministerium hatte im August angekündigt, 37 Millionen Euro in die Modernisierung der Entwässerungsanlagen zu investieren. Welche Summe davon in den vergangenen Wochen bereits eingesetzt wurde, ist unklar.

Militär von Überflutungen betroffen

Der heftige Regen sorgte auch für Überschwemmungen auf Militärbasen in der Nähe von Tel Aviv. Dort kam es zu Schäden an Gebäuden und Ausrüstung. Das teilte die israelische Armee mit. Demnach gab es auch Überflutungen im Hauptquartier im Zentrum von Tel Aviv. Allerdings sei es zu „keinem Schaden der Einsatzfähigkeit“ gekommen.

Wegen des vielen Regens ist der Pegel des Sees Genezareth seit Mittwoch um 2,5 Zentimeter gestiegen. Er liegt nun bei 210 Meter unter dem Meeresspiegel. Sollte diese Entwicklung weitergehen, hält es die Wasserbehörde für wahrscheinlich, dass erstmals seit 25 Jahren der Degania-Staudamm geöffnet werden muss. Dadurch soll ein Überlaufen des Sees Genezareth verhindert werden. Zur Öffnung könnte es im April 2021 kommen.

Von: mas