Da Preisträgerin Harari schwer erkrankt ist, übergab Präsident Rivlin ihr die Auszeichnung per Videokonferenz

Da Preisträgerin Harari schwer erkrankt ist, übergab Präsident Rivlin ihr die Auszeichnung per Videokonferenz

„Ein leuchtendes Beispiel für die israelische Gesellschaft“

Eine Organisation, die Bedürftige unterstützt und gefährdete Jugendliche in den Dienst einbezieht, erhält den Ehrenamtspreis des israelischen Präsidenten. Da die Vorsitzende schwer erkrankt ist, wird die Zeremonie emotional.

JERUSALEM (inn) – Die israelische Organisation „Sajeret Chessed Jichudit“ („Gnadensondereinheit“, SAHI) verteilt nicht nur Hilfsgüter an Bedürftige. Sie bezieht auch Jugendliche in ihren Dienst mit ein, die ihr eigenes Leben als wertlos betrachten und oft in den Straßen ihres Viertels herumlungern. Dafür hat die Vorstandsvorsitzende Mirit Harari am Montag den diesjährigen Ehrenamtspreis des Staatspräsidenten erhalten.

Wie die Zeitung „Jerusalem Post“ berichtet, konnte Harari aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Residenz des Präsidenten in Jerusalem kommen. Sie hat nicht mehr lange zu leben. Deshalb verlieh ihr Reuven Rivlin die Auszeichnung in einem Videogespräch.

Die SAHI-Vorsitzende sagte gerührt: „Ich danke Ihnen. Das ist so ein wichtiger und bedeutungsvoller Augenblick für mich. Ich befinde mich am Ende meiner Tage. Dass ich noch diesen bedeutenden Preis erhalte, heißt, dass ich meinen Weg mit einem großen Segen fortsetze.“

Rivlin: Kreislauf von Verbrechen und Armut durchbrechen

Rivlin entgegnete mit Tränen in den Augen: „Ihr Weg hat kein Ende. Ihre ehrenamtlichen Taten und Aktionen werden mit uns sein. Wir werden uns für den Rest unseres Lebens daran erinnern, dass wir das Vorrecht hatten, an Ihrer Seite zu leben, weil Sie ein leuchtendes Beispiel für die gesamte israelische Gesellschaft sind. Wir lieben Sie.“

Zudem sagte der Staatspräsident bei der Preisverleihung: „Es ist eine Freude, Ihnen in Ihrer wichtigen Position als Vorstandsvorsitzende von SAHI zur Verleihung des Ehrenamtspreises des Präsidenten zu gratulieren. Ihre Aktivität, um den Kreislauf von Verbrechen und Armut unter jungen Leuten zu durchbrechen, sowie Ihr Beitrag zum Schließen der Risse in der israelischen Gesellschaft mit jungen Leuten im gesamten Land ist wunderbar.“

Am Anfang stand ein Lagerfeuer

Die Arbeit der Organisation begann an einem Abend im Jahr 2009: Zwei Männer, Oded Weiss und Avraham Hajon, zündeten in einem Viertel der Stadt Kiriat Gat ein Lagerfeuer an, kochten Kaffee – und warteten. „Nach einer Weile zeigte sich eine Gruppe von sieben Teenagern, die in der Nacht draußen auf den Straßen waren. Sie wollten nachsehen, wer diese ‚Fremden‘ waren, die in ihr Viertel eindrangen", heißt es auf der Webseite von SAHI.

„Oded und Avraham sagten, dass sie denen im Viertel helfen wollten, die am bedürftigsten sind, aber dass sie nicht von hier seien und Hilfe bräuchten.“ Dadurch entstand ein Gespräch darüber, wer im Viertel welche Art Hilfe benötigen könnte. „Sie vereinbarten ein Treffen für die kommende Woche – und eine Sondereinheit wurde geschaffen.“

Im Zentrum des Engagements steht die Verteilung von Lebensmitteln. Doch der Organisation ist es wichtig, die örtliche Jugend einzusetzen – sowohl beim Ausmachen der bedürftigen Familien als auch bei der Versorgung. Damit bleibe das System ortsverbunden. Und die Jugendlichen könnten erfahren, dass sie wertvoll seien. Sie helfen auch beim Renovieren von Wohnungen und unterstützen Überlebende der Scho'ah. Ferner gibt es ehrenamtliche Aktivitäten in Heimen für kriminell gewordene Jugendliche und in einem Rehabilitationszentrum.

Von: eh

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„Ich lese Israelnetz, weil ich durch Ihre Artikel und Kommentare gut recherchierte Informationen über das Geschehen in Israel bekomme, das war für mich als Gemeindepfarrer von großer Wichtigkeit. Auch heute im Ruhestand schätze ich Ihre Arbeit z.B. für Vorbereitungen meiner nächsten Reisen nach Jerusalem. Shalom und vielen Dank.“

Gottfried Settgast, Israelnetz-Leser

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