Der Mund-Nasen-Schutz gehört in Israel zum öffentlichen Alltag in der Corona-Krise dazu

Der Mund-Nasen-Schutz gehört in Israel zum öffentlichen Alltag in der Corona-Krise dazu

Zweite Welle: Volle Krankenhäuser und neue Erfindungen

Israel steckt mitten in einer zweiten Corona-Welle. Allein am Sonntag kamen mehr als 1.000 Neuinfektionen hinzu. Doch es gibt auch gute Nachrichten, wie die Erfindung eines Desinfektionstunnels oder eines Raumlufterneuerers.

JERUSALEM (inn) – Die Zahl der Corona-Infizierten in Israel steigt rasant, dennoch wurde am Wochenende deutlich weniger getestet als in den Tagen zuvor. Wie das Gesundheitsministerium bekanntgab, wurden am Sonntag nur rund 12.119 Tests durchgeführt. Davon waren 1.039 positiv. Die Zahlen vom Samstag waren mit 15.471 Tests und 1.106 Neuinfektionen ähnlich.

Zuvor wurden täglich noch zwischen 20.000 und 30.000 Tests durchgeführt. Wie der Rückgang zustande kommt, gaben die Behörden nicht bekannt. Insgesamt sind derzeit in Israel 35.076 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 473 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben – davon allein acht am vergangenen Sonntag.

Regierung bewilligt Einmalzahlungen

Laut der Zeitung „Times of Israel“ haben vier große Krankenhäuser mittlerweile keine Kapazitäten mehr, um Covid-19-Patienten aufzunehmen. Dabei handelt es sich um die Jerusalemer Kliniken Scha'arei-Zedek und Hadassah, die Sourasky-Klinik in Tel Aviv und das Medizinische Zentrum Schamir in Be'er Ja'akov. Das Scheba-Krankenhaus in Ramat Gan ist zu 90 Prozent für Patienten mit dem Coronavirus ausgelastet.

Unterdessen hat die israelische Regierung am Sonntag eine Einmalzahlung an viele Bürger gebilligt, um die finanzielle Not in der Corona-Krise zu lindern. Aus einem Hilfspaket von umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro sollen Israelis bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze eine Einmalzahlung von rund 190 Euro erhalten. Sozialhilfeempfänger bekommen mehr. Zudem erhalten Eltern etwa 40 Euro pro Kind für die ersten drei Kinder. Das Hilfspaket muss noch von der Knesset abgenommen werden.

Gegen die Corona-Politik der Regierung haben am Wochenende im ganzen Land erneut Tausende Israelis protestiert. Allein in Jerusalem kamen mehr als 5.000 Menschen zusammen. Vor der Residenz von Premierminister Benjamin Netanjahu demonstrierten sie gegen dessen Umgang mit der Pandemie, sowie gegen Arbeitslosigkeit und Korruption. Es gab auch Gegendemonstrationen für den Regierungschef. Mehrere Menschen wurden nach gewaltsamen Handlungen festgenommen.

Neue Erfindungen sollen Ansteckung verhindern

Während ein Ende der Pandemie noch lange nicht in Sicht und in den kommenden Monaten wohl auch kein Impfstoff zu erwarten ist, suchen auch in Israel Firmen weiter nach Möglichkeiten, um den Alltag in Corona-Zeiten zu erleichtern. Zwei Unternehmen haben nun Technologien entwickelt, die Neuinfektionen reduzieren.

Im Scheba-Krankenhaus wurde erfolgreich ein Test mit einem Gerät durchgeführt, das die Raumluft erneuert. Laut Hersteller vernichtet es dabei Coronaviren zu 99,9 Prozent. Entwickelt wurde der Raumlufterneuerer von dem Startup „Aura Air“. „Unser Desinfektions- und Reinigungsgrad ist einer der höchsten. Wir wissen, dass wir die Luft von Keimen, Viren, Bakterien, Schimmelpilzen, Pilzen und vielem mehr befreien können“, zitiert die „Times of Israel“ den Geschäftsführer Aviad Schneiderman. Das Gerät soll demnächst an einer Schule getestet werden.

Auch die Firma „RD Pack“ hat eine Technologie entwickelt, die die Zahl der Neuansteckungen reduzieren soll. Hierfür begeben sich Personen vor dem Betreten von größeren Einrichtungen in eine Art Desinfektionstunnel. Dort werden eventuelle Coronaviren neutralisiert, ohne dass Kleidung oder Makeup beschädigt werden. Ein solcher Tunnel wird derzeit am Eingang des Tel Aviver Bloomfield-Stadiums getestet.

Von: dn

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