Wie im April in Bnei Brak könnten bald wieder in mehreren Städten Sperrungen ausgerufen werden

Wie im April in Bnei Brak könnten bald wieder in mehreren Städten Sperrungen ausgerufen werden

Corona-Fälle in der Armee häufen sich

In Israel breitet sich das Coronavirus weiter aus. Auch innerhalb des Militärs gibt es nun immer mehr Infizierte. Während Staatspräsident Rivlin die Regierung kritisiert, plant diese die Abriegelung von bis zu neun Städten.

JERUSALEM (inn) – Die israelische Armee hat einen „deutlichen“ Anstieg der mit Corona infizierten Soldaten gemeldet. Das berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Demnach wurden innerhalb eines Tages 65 neue Fälle bekannt. Die Gesamtzahl erkrankter Soldaten stieg auf 562. Derzeit gibt es 316 aktive Fälle. Seit Ausbruch der Pandemie im März ist das die höchste Zahl. Als Reaktion hat die Armee die Isolationszeit für infizierte Soldaten auf 30 Tage erhöht.

Indes lag die Zahl der landesweiten Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden erneut bei mehr als 1.000. Insgesamt haben sich in Israel nun schon 33.947 Menschen mit dem Virus infiziert. Davon gelten 15.209 als aktive Fälle, 118 Patienten befinden sich in einem kritischen Zustand. Die Zahl der Todesopfer liegt bei 346.

„Keine klare Strategie gegen Corona“

Kritik am Krisenmanagement der Regierung hat nun Staatspräsident Reuven Rivlin geäußert. Der Staat Israel habe „keine klare Strategie gegen das Coronavirus entwickelt“, sagte Rivlin am Mittwoch. Es gebe keine einzige staatliche Stelle, die den Überblick über alle Informationen hat und die in gutem Austausch mit der Bevölkerung steht. Er forderte eine zentrale Stelle, der die verschiedenen Ministerien zuarbeiten können.

Um den steigenden Infektionszahlen Herr zu werden, hat die Regierung neuerliche Einschränkungen beschlossen. So gelten seit Donnerstagmorgen neue Richtlinien im öffentlichen Nahverkehr. Busse dürfen nur noch zu 50 Prozent ausgelastet sein. Außerdem müssen die Fenster bei eingeschalteten Klimaanlagen geöffnet sein. Zusätzlich sollen mehr Busse eingesetzt werden. Verkehrsministerin Miri Regev entschuldigte sich für mögliche Unannehmlichkeiten für Fahrgäste. Sie hoffe aber, dass die Israelis Verständnis für die Maßnahmen zeigten.

Weiterhin fordert das Gesundheitsministerium die Schließung mehrerer Stadtviertel oder ganzer Städte. Während in Jerusalem fünf Viertel betroffen sein sollen, plädiert das Ministerium für eine vollständige Schließung von Ramle und Lod. Das Corona-Ministerkomitee der Regierung möchte am Donnerstag über die Forderungen beraten.

Wunsch nach Einwanderung steigt

Derweil scheinen trotz der Corona-Pandemie immer mehr Juden den Wunsch zu haben, nach Israel einzuwandern. Wie die Organisation „Nefesch B’Nefesch“ am Mittwoch mitteilte, habe sie im Juni 1.350 Einwanderungsanträge erhalten. Das sind 951 mehr als im Monat des Vorjahres. Auch die telefonischen Anfragen zum Einwanderungsprozess sind stark gestiegen. Sie liegen bei 25.435 und damit fast fünfmal so hoch wie gewöhnlich.

Die Ursachen für diese Entwicklung seien vielschichtig, sagte der Vorsitzende der Jewish Agency, Jitzchak Herzog, ebenfalls am Mittwoch. Neben den anfangs sehr erfolgreichen Maßnahmen gegen das Coronavirus spielten auch zunehmender Antisemitismus eine große Rolle und der Wunsch, näher bei Verwandten zu sein. Herzog rechnet daher mit 250.000 Einwanderern in den nächsten drei bis fünf Jahren. Normalerweise nimmt Israel jährlich etwa 30.000 Menschen auf.

Von: mas

Sie können sich über Disqus, Facebook, Twitter oder Google anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen ein, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsachliche Formulierungen oder externe Links enthalten. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1.600 Zeichen (einschließlich Leerzeichen) nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus