Jerusalemer Altstadt: Wo sonst das Leben tobt, ist keine Menschenseele zu sehen

Jerusalemer Altstadt: Wo sonst das Leben tobt, ist keine Menschenseele zu sehen

Stillstand als Rezept der Stunde

Normalerweise wären diese Tage eine Zeit besonderer Geselligkeit in Israel. Die Maßnahmen gegen das Coronavirus lassen das nicht zu. Umso mehr sehnen sich viele nach einem Gegenmittel.

JERUSALEM (inn) – Israel steht erneut still. Seit dem gestrigen Dienstagnachmittag ist eine Ausgangssperre in Kraft, die erst am Donnerstagmorgen um 5 Uhr aufgehoben wird. Dadurch sollen soziale Kontakte sowohl am letzten Tag des Passahfestes, der in Israel am Mittwoch begangen wird, als auch am darauffolgenden Mimuna-Fest auf ein Minimum beschränkt werden. Mimuna findet am Tag nach Passah statt und ist eine Tradition nordafrikanischer Juden. Ausgelassenes Feiern mit der Nachbarschaft spielt dabei normalerweise eine große Rolle.

Polizisten kontrollieren, ob die Beschränkungen eingehalten werden

Polizisten kontrollieren, ob die Beschränkungen eingehalten werden

Landesweit sind etwa 9.000 Polizisten damit beschäftigt, die Einhaltung der Beschränkungen zu überwachen. Auf mehreren Überlandstraßen stellten sie insgesamt 44 Sperren auf. Premierminister Benjamin Netanjahu wies seine Landsleute an, die letzte Passah-Nacht sowie Mimuna nur mit Menschen aus dem eigenen Hausstand zu verbringen. Am Donnerstag will er mit seinen Ministern über Lockerungen der allgemeinen Ausgangsbeschränkungen beraten.

Das Nachbarland Jordanien hat am Dienstag ein Verbot aller öffentlichen Gottesdienste während des Ramadan angekündigt. Der Fastenmonat beginnt kommende Woche am Donnerstagabend. Alle Moscheen bleiben geschlossen und das abendliche Gebet soll zu Hause stattfinden. Ende März hatte das Königreich bis auf weiteres eine Ausgangssperre verhängt. Zuwiderhandlung kann mit bis zu einem Jahr Haft geahndet werden. In dem Land gibt es 391 bestätigte Corona-Ansteckungen. Bisher sind sieben Tote zu beklagen.

Regierung hortet Malaria-Medikament

Israel meldet am heutigen Mittwoch 12.200 Corona-Infizierte. Derzeit müssen 132 Menschen beatmet werden, 126 sind gestorben. Wieder gesund sind mittlerweile 2.309 Israelis.

Neben Aussichten auf einen Impfstoff gibt es auch vorsichtige Hoffnung auf eine wirksame Therapie für COVID-19. Die israelische Firma Pluristem testet ihr Mittel auf Basis von Plazenta-Zellen erstmals an einem amerikanischen Patienten. Zuvor waren sechs Hochrisiko-Patienten, die sich im kritischen Zustand befanden, nach der Behandlung genesen.

Laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ hortet Israel vorsichtshalber auch Hydroychloroquin. US-Präsident Donald Trump hatte das Malaria-Medikament in einer Pressekonferenz und auf Twitter als mögliche Wunderwaffe gegen das Coronavirus ins Spiel gebracht. Von dem ähnlichen Mittel Chloroquin beschaffte die israelische Regierung kürzlich 2,4 Millionen Pillen. Sollte es sich als wirksam erweisen, will sie einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage einen Schritt voraus sein. Testergebnisse zur Wirksamkeit stehen aber noch aus.

Die israelische Rüstungsfirma Elbit Systems hat unterdessen eine Produktionslinie für Beatmungsgeräte errichtet. Bis Ende Mai sollen 3.000 Geräte vom Band fließen.

Von: tk

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