Die Halle der Namen in Yad Vashem erinnert an einzelne Opfer des Holocaust

Die Halle der Namen in Yad Vashem erinnert an einzelne Opfer des Holocaust

Namen von ermordeten Juden zu Hause verlesen

Wegen der Corona-Bestimmungen ist am diesjährigen Holocaustgedenktag nur eine Zeremonie in kleinem Rahmen möglich. Für die Verlesung der Namen von Ermordeten wendet sich die Gedenkstätte Yad Vashem an die Öffentlichkeit.

JERUSALEM (inn) – Die Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem organisiert eine weltweite Aktion zum Gedenktag an Holocaust und Heldentum, „Jom HaScho'ah“. Dabei sollen Menschen die Namen von Juden verlesen, die während der Scho'ah ermordet wurden. Normalerweise geschieht dies bei einer zentralen Gedenkveranstaltung. Doch wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus kann sie nur in einem sehr kleinen Rahmen begangen werden.

Am Montag rief Yad Vashem die internationale Öffentlichkeit dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Das Verlesen der Namen sollen die Teilnehmer aufnehmen, ein Video sollte nicht länger sein als 15 Sekunden. Die zugehörigen Hashtags lauten #RememberingFromHome und #ShoahNames. Die Teilnehmer werden gebeten, die Videos mit diesen Schlagworten in den Sozialen Medien zu teilen.

Namenslisten stehen im Internet zur Verfügung, schreibt die Zeitung „Jerusalem Post“. Darin finden Nutzer Informationen über Erwachsene und Kinder, die im Holocaust starben. In der zentralen Datenbank ist auch die Suche nach Familienangehörigen möglich.

Der Jom HaScho'ah beginnt in diesem Jahr am Abend des 20. April um 20 Uhr Ortszeit. Die Eröffnungszeremonie wird ohne Zuschauer vor Ort live aus der Gedenkstätte übertragen. Musikalische Beiträge, Lesungen und das Gebet „El Male Rachamim“ (Gott voller Erbarmen) nehmen die Organisatoren schon vorher auf. Wie jedes Jahr stellen kurze Filme die Überlebenden vor, die für das Entzünden der sechs Fackeln ausgewählt wurden. Allerdings werden sie während der Veranstaltung nicht vor Ort sein.

Corona: Claims Conference gibt Gelder für Überlebende frei

Indes weist die Claims Conference, die Ansprüche der Überlebenden gegenüber Deutschland vertritt, auf deren besondere Notlage angesichts der Corona-Krise hin. Sie teilte am Montag mit, dass zusätzlich 4,3 Millionen Dollar zur Verfügung stünden, um den weltweit etwa 120.000 Betroffenen zu helfen. Krankheiten und Mangelernährung, die sie vor über 75 Jahren erlitten, wirken sich bis heute auf ihre Gesundheit aus.

Bislang gibt es keine Statistiken dazu, wie viele Überlebende der nationalsozialistischen Judenvernichtung von dem Virus betroffen sind. Doch der erste Israeli, der daran starb, war der 88-jährige Überlebende Arje Even. Nach Angaben der Claims Conference machen Scho'ah-Überlebende rund ein Drittel der alten Menschen in Israel aus.

Der Präsident der Organisation, Julius Berman, sagte laut der Zeitung „Ha'aretz“, die Pandemie sei eine furchterregende Zeit für Holocaustüberlebende. Denn viele von ihnen seien ohnehin sozial isoliert. Dies werde durch die Corona-Krise noch verschärft und könne zu körperlichen Gesundheitsschäden führen. Die bereitgestellten Gelder sind unter anderem für die Versorgung mit häuslicher Pflege, Lebensmitteln und Medikamenten bestimmt. Seit 1952 hat die deutsche Bundesregierung mehr als 80 Milliarden Dollar an Entschädigung für Überlebende der Scho'ah gezahlt.

Von: eh

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