Die Ärzte demonstrierten den U-Bahn-Passagieren, welche schlimmen Folgen die Genitalverstümmelung haben kann

Die Ärzte demonstrierten den U-Bahn-Passagieren, welche schlimmen Folgen die Genitalverstümmelung haben kann

Ägyptische Ärzte gegen Genitalverstümmelung

Mit Flugblättern klären Ärzte in der ägyptischen Hauptstadt Kairo über die Gefahren der weiblichen Genitalverstümmelung auf. Denn trotz eines Verbotes ist die frauenfeindliche Praxis in dem afrikanischen Land noch weit verbreitet.

KAIRO (inn) – Ägyptische Ärzte haben in Kairo eine Kampagne gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen gestartet. Vergangene Woche verteilten sie an einer U-Bahn-Station Informationsmaterial über die Gefahren dieser Praxis, wie die israelische Zeitung „Ha'aretz“ am Dienstag berichtete.

Die Kampagne steht unter der Überschrift „Weiße Kittel“, und die Ärzte trugen auch ihre Arbeitskleidung. Auf Plakaten war zu lesen „Nein zur weiblichen Genitalverstümmelung“ oder „Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Verbrechen“. Die Mediziner wiesen darauf hin, dass sie unter anderem chronische Infektionen, Unfruchtbarkeit und psychische Probleme verursachen kann.

Anlass für die Aktion war der Tod eines Mädchens im Januar. Die Zwölfjährige starb während eines solchen Eingriffes in der mittelägyptischen Provinz Assiut. Ihre Eltern und der Arzt, der im Ruhestand ist, wurden vorübergehend festgenommen. Die Ermittlungen laufen.

In Ägypten ist weibliche Genitalverstümmelung seit 2008 verboten, sie wird aber noch häufig praktiziert – von Muslimen und von Christen. Eine Studie der Vereinten Nationen von 2016 stellte fest, dass 87 Prozent der Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49 Jahren in dem nordostafrikanischen Land betroffen sind.

„Weiße Kittel nicht mit Blut beflecken“

Zu den Organisatoren der Kampagne gehört die Ärztin Randa Fachr el-Din. Sie leitet die Vereinigung gegen schädliche Praktiken bei Frauen und Mädchen. „Wir wollen eine Botschaft an andere Ärzte senden, dass wir nicht wollen, dass unsere weißen Kittel mit Blut befleckt werden. Und an Bürger, dass die Medizin diese Praxis ablehnt“, erläuterte sie ihre Beweggründe im Gespräch mit der Thomson-Reuters-Stiftung. „Einige Ultrakonservative wurden nicht von dem überzeugt, was wir sagten, aber wir eröffneten eine Diskussion mit ihnen, gingen auf ihre Argumente ein und beantworteten alle ihre Fragen.“

So wandte der Passant Ibrahim Hassan ein: „Es ist etwas Religiöses. Wollt ihr die Religion verändern?“ Die Aktivistin entgegnete, die Genitalverstümmelung habe keinerlei Grundlage in der Religion. Außerdem werde sie an medizinischen Ausbildungsstätten in Ägypten nicht gelehrt.

Von: eh

Sie können sich über Disqus, Facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen ein, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsachliche Formulierungen oder externe Links enthalten. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1.600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungs- bedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus