Portugiesische Karikatur: Netanjahus Streben nach Reichtum

Portugiesische Karikatur: Netanjahus Streben nach Reichtum

Jüdische Organisationen kritisieren portugiesisches Magazin

Netanjahu verbrennt den palästinensischen Staat in einem Krematorium, oder er scheffelt Geld: Derartige Karikaturen veröffentlicht eine portugiesische Zeitschrift. Kritik an der ersten Zeichnung kommt unter anderem aus Israel.

LISSABON (inn) – Antisemitische Stereotype: Jüdische Gruppen kritisieren zwei Karikaturen, die eine portugiesische Zeitschrift im November veröffentlicht hat. Beide stammen vom Zeichner Vasco Gargalo und stellen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu dar.

Die erste Zeichnung, die besonders in der Kritik steht, erschien am 15. November im Wochenmagazin „Sábado“. Darauf schiebt Netanjahu als KZ-Aufseher einen Sarg, der in eine palästinensische Flagge eingewickelt ist, in ein Krematorium. Über der Öffnung findet sich der aus dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau bekannte deutsche Schriftzug: „Arbeit macht frei“. Netanjahu trägt eine Kippa und eine Armbinde mit einem blauen Davidstern.

Die Zeichnung trägt den Titel „Das Krematorium“

Die Zeichnung trägt den Titel „Das Krematorium“

Eine Woche später veröffentlichte das Magazin eine weitere Karikatur von Gargalo. Diesmal ist Netanjahu als Oktopus dargestellt, der von einem blauen Davidstern eingeschlossen ist. So sieht es zumindest das US-Journal „The Algemeiner“. Die Tentakeln sind seit vielen Jahren ein beliebtes antisemitisches Motiv für ein angebliches Streben der Juden nach Weltherrschaft. Große Geldsäcke mit Dollarzeichen unterstützen dies auf der portugiesischen Zeichnung.

Inspiriert ist die Karikatur mit dem Titel „Homo Universalis“ offenbar vom „Vitruvianischen Menschen“, einem Bild, das unter anderen Leonardo da Vinci aufgegriffen hat. Darin geht es um den menschlichen Körperbau. Der abgebildete Mensch hat vier Arme und vier Beine, die jeweils entweder einen Kreis und ein Quadrat berühren. Diese geometrischen Elemente finden sich auch bei Gargalo. Offenbar unternimmt Netanjahu aus seiner Sicht alle möglichen Anstrengungen, um an Geld zu kommen.

Israelische Gruppe fordert Entlassung des Zeichners

Kritik an den Karikaturen kam unter anderem von der jüdischen Organisation „B'nai B'rith“ in den USA und in Europa. Auch die rechtsgerichtete israelische Gruppe „Btsalmo“ (Nach Seinem Bilde) meldete sich zu Wort. In einem Brief an den Chefredakteur von „Sábado“ forderte sie, dass der Zeichner entlassen werde und alle Exemplare der Karikatur mit dem Krematorium entfernt würden. Denn sie leugne und bagatellisiere den Holocaust gleichermaßen. Abschriften des Briefes gingen auch an den portugiesischen und den israelischen Premierminister sowie die jeweiligen Botschafter, schreibt die Zeitung „Jerusalem Post“.

Indes beschränkt sich Gargalo nicht auf israelische Politiker. In der Vergangenheit hat er unter anderen US-Präsident Donald Trump, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und die Führung des iranischen Regimes angegriffen.

Von: eh