Nach dem Willen von Verkehrsminister Smotritsch sollen Busse nicht während der Sabbatruhe fahren

Nach dem Willen von Verkehrsminister Smotritsch sollen Busse nicht während der Sabbatruhe fahren

Verkehrsministerium streicht Buslinien wegen Schabbat

Die Frage der Buslinien am Schabbat sorgt einmal mehr für Streit in der Politik: Eine Anpassung unter Verkehrsminister Smotritsch sieht Israel-Beiteinu-Chef Lieberman als Religionszwang.

JERUSALEM (inn) – Das Verkehrministerium hat in der jüngsten Zeit Dutzende Buslinien gestrichen, die noch vor Ende des Schabbat anfahren. Zugleich wurde der Start von Linien früher angesetzt, wenn er auf die Zeit kurz vor Beginn des Schabbat fiel. Das berichtete die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ am Donnerstag. Nach Angaben des Ministeriums erfolgte der Schritt nach Beschwerden aus der religiösen Gemeinschaft.

Wie ein Sprecher weiter sagte, setze das Ministerium damit Regierungspolitik um. In den vergangenen Jahren habe man im Ministerium „weggeschaut“, wenn Stadtbehörden derartige Buslinien genehmigten. Seit Juni 2019 ist Bezalel Smotritsch, Chef der religiösen Partei Tekuma, Verkehrsminister. Bei Amtsantritt betonte er, für Gott und nicht für den Premier, Benjamin Netanjahu, zu arbeiten. In den vergangenen Jahren leiteten überwiegend Politiker des Likud das Ministerium.

Gantz: Israel ist kein halachischer Staat

Mehrere Politiker kritisierten die Streichung der Buslinien. Blau-Weiß-Chef Benny Gantz sagte, er werde im Falle eines Wahlsieges die Maßnahme rückgängig machen. „Der Staat Israel ist ein jüdischer Staat, kein halachischer Staat“, sagte er mit Blick auf das jüdische Religionsgesetz, die Halacha.

Der Chef der säkularen Partei „Israel Beiteinu“, Avigdor Lieberman, sprach von „Religionszwang“ und kritisierte die politische Haltung Smotritschs: „Der Mann, der uns zurück in die Zeit König Davids, König Sauls und des Tora-Gesetzes bringen will, beweist einmal mehr, dass dies nicht nur leere Worte sind, sondern unglücklicherweise auch Taten.“

Smotritsch selbst wies die Kritik zurück. Das Ministerium habe „seine Hand am Puls der israelischen Bürger“. „Es gibt einen Status quo beim Thema Schabbat, und dieser ändert sich nicht. Alle Religionshasser sollten mal tief durchatmen.“

Einer Umfrage vom August 2019 zufolge befürwortet es eine Mehrheit von 60 Prozent, dass Geschäfte am Schabbat geöffnet sind und Busse fahren. Dies sollte allerdings nur für Gebiete gelten, in denen fromme Juden keine Mehrheit stellen. Die Befragten gaben zugleich an, dass dieses Thema nicht ihr Wahlverhalten bestimme.

Von: df

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