Die Kinder forderten bei der Demonstration frische Atemluft

Die Kinder forderten bei der Demonstration frische Atemluft

Kinder demonstrieren gegen Luftverschmutzung

Laut Greenpeace leidet der Kibbutz Barkai unter der höchsten Luftverschmutzung in Israel. Deshalb protestieren Kinder gegen eine Fabrik – die sich eigentlich den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben hat.

BARKAI (inn) – Kinder haben am Montag im Kibbutz Barkai gegen Umweltverschmutzung protestiert. Die Ortschaft liegt nordöstlich der Küstenstadt Netanja, zwischen Hadera und Afula. In einem internationalen Bericht, den Greenpeace im Mai veröffentlichte, erscheint Barkai als die israelische Gemeinde mit der höchsten Luftverschmutzung. Die Luft ist dort demnach schlechter als in den großen Städten und Industriegebieten Israels.

Und in der Tat liege in dem Kibbutz ein scharfer Geruch nach verbranntem Plastik in der Luft, schreibt die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Viele Bewohner litten unter Atembeschwerden und brennenden Augen. Kinder müssten ihre Atemwege zuweilen mit einem Tuch über dem Gesicht schützen.

Recyclingfabrik als Quelle der Luftverschmutzung

Als Schuldigen machten die jungen Demonstranten ausgerechnet eine Fabrik aus, die sich dem Umweltschutz verschrieben hat: „Infimer“. Seit 2013 recycelt sie Plastik. Doch dieses Anliegen dient offenbar nicht dem direkten Umweltschutz. Die Kinder jedenfalls stellten sich mit Gasmasken und anderer Schutzkleidung gegen Chemikalien vor das Fabrikgebäude und demonstrierten gezielt gegen Generaldirektor Juval Tamir. Auf Transparenten war zu lesen: „Infimer raus“, oder auch „Lasst uns in Ruhe atmen“.

Tamir kommandierte einst Marinesoldaten, die im völlig verschmutzten Fluss Kischon tauchen mussten. Viele dieser Israelis erkrankten später an Krebs, er selbst hatte mit Darmkrebs zu kämpfen. Nach eigener Aussage hat ihn diese Erfahrung angespornt, sich für die Umwelt einzusetzen.

Karin Rosenbaum vom Aktionskomitee sagte: „Wir fordern, dass die Infimer-Fabrik von Barkai entfernt wird. Wir sind enttäuscht, dass ein Mensch wie Juval Tamir, der die Auswirkungen des Kischon selbst erlitten hat, uns zu Versuchstieren gemacht hat, die täglich scharfen chemischen Gerüchen ausgesetzt sind.“ Es gebe Befürchtungen, dass die Gase krebserregend sind.

Von: eh