Dass es in Israel so viele Bäume gibt, ist auch dem Halbfeiertag „TU BiSchvat“ zu verdanken

Dass es in Israel so viele Bäume gibt, ist auch dem Halbfeiertag „TU BiSchvat“ zu verdanken

Juden pflanzen Bäume

Aufforstung steht im Mittelpunkt des Halbfeiertages „TU BiSchvat“. Neben dem Umweltschutz dient er zur Festlegung des Zehnten, den Juden an Gott abgeben sollen.

In der Bibel kommt er nicht vor. Dennoch ist der Halbfeiertag „TU BiSchvat“ heute in Israel von religiöser und auch nationaler Bedeutung. Das „Neujahrsfest der Bäume“, das in diesem Jahr auf den 21. Januar fällt, leistet einen großen Beitrag zur Aufforstung in Israel. Denn jeder sollte möglichst einen Baum pflanzen.

Der Name bezieht sich auf das jüdische Datum: Im hebräischen Alphabet hat jeder Buchstabe gleichzeitig einen Zahlenwert. „Tet“ entspricht der 9 und „Waw“ der 6. Gemeinsam stehen die beiden Buchstaben für 15. Ihre Kombination wird als „TU“ ausgesprochen. Deshalb ist „TU BiSchvat“ der 15. Tag des Monats Schvat.

Israelische Schüler erhalten in dieser Zeit nicht nur die Halbjahrszeugnisse. Sie unternehmen auch Exkursionen, um die Pflanzenwelt ihres Landes kennenzulernen. Bereits im ersten Jahrhundert vor der Zeitrechnung legte die Schule von Rabbi Hillel dem Älteren fest, dass der 15. Schvat als „Neujahr der Bäume“ gelten soll. Konkret ging es darum, ab wann die Früchte bei der Abgabe des Zehnten zum neuen Jahr gezählt werden. Der Jerusalemer Talmud merkt im Traktat „Rosch HaSchanah“ (81b) an: „Bis hierher leben die Bäume vom Wasser des vergangenen Jahres, von hier an leben sie vom Wasser des kommenden Jahres.“

„TU BiSchvat“ wird in der Bibel noch nicht erwähnt. Doch ein Gebot, auf das der Festtag Bezug nimmt, findet sich etwa in 3. Mose 19,23: „Wenn ihr in das Land kommt, sollt ihr allerlei Bäume pflanzen!“ Zudem vergleicht die Bibel Menschen mitunter mit Bäumen. So heißt es in Psalm 1,3 über den Gerechten: „Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“

Vier Jahresanfänge

In der Textsammlung, die dem Talmud zugrunde liegt, der Mischna, heißt es: „Vier Jahresanfänge gibt es. Am 1. Nissan ist das Neujahr der Könige und der Wallfahrtsfeste. Am 1. Elul ist das Neujahr für den Zehnten beim Vieh. Rabbi Eleasar und Rabbi Schimon sagen: am 1. Tischrei. Am 1. Tischrei ist das Neujahr für die Jahre und die Schmittajahre und die Joveljahre, fürs Pflanzen und für Gemüse. Am 1. Schvat ist das Neujahr für den Baum, meint die Schule von Schammai – die Schule Hillels hingegen sagt: am 15. Schvat.“ (Mischna Rosch HaSchanah 1,1)

An „TU BiSchvat“ hat auch die Knesset Geburtstag, in diesem Jahr wird sie 70. Ebenso wurden an dem jüdischen Datum die Grundsteine der Hebräischen Universität Jerusalem und der Universität Haifa gelegt.

Umweltschutz fördern

Schon früher war der 15. Schvat bekannt als ein Tag, an dem man sich nicht niederwirft und nicht fastet. Im 17. Jahrhundert kam in der Diaspora der Brauch auf, wie beim Passahfest einen Seder zu feiern. Dabei essen Juden verschiedene Früchte und trinken vier Gläser Wein. Dies soll die Verbindung zum Land Israel betonen. Diasporagemeinden sammeln zudem Geld, um Bäume in Israel pflanzen zu können.

Gott gebietet den Menschen in der biblischen Schöpfungsgeschichte, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz in Deutschland sieht in „TU BiSchvat“ eine Möglichkeit, „Anliegen der ökologischen Bewegung aufzugreifen und sich Gedanken zu machen, wie man selbst und seine Gemeinschaft Umweltschutz praktizieren kann“. Israel zumindest ist trotz des technischen Fortschrittes ein Land, das heute mehr Bäume vorzuweisen hat als vor 100 Jahren.

Von: Elisabeth Hausen

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