Moskitos übertragen mit ihrem Stich das West-Nil-Fieber (Symbolbild)

Moskitos übertragen mit ihrem Stich das West-Nil-Fieber (Symbolbild)

Zwei Israelis an West-Nil-Fieber gestorben

Das West-Nil-Fieber tritt in Israel so häufig auf wie seit einigen Jahren nicht mehr. Zwei Israelis sind sogar daran gestorben. Was sind die Symptome, wo kommt es vor und wie kann man sich schützen?

JERUSALEM (inn) – In den vergangenen Tagen sind zwei Israelis am West-Nil-Fieber gestorben. Sie waren 85 und 76 Jahre alt und sollen eine medizinische Vorgeschichte gehabt haben. Wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, liegen 68 weitere Personen mit dem Fieber in israelischen Krankenhäusern. Die meisten seien ältere Menschen, die bereits Probleme mit anderen Erkrankungen aufwiesen. Aber unter den Eingelieferten befinde sich auch ein 18-Jähriger, der in einem kritischen Zustand ins Krankenhaus kam.

Am vergangenen Wochenende sind Moskitos in der Scharon-Ebene an der Mittelmeerküste entdeckt worden, die das Virus des West-Nil-Fiebers in sich tragen. Dem Umweltschutzministerium zufolge sind die infizierten Moskitos in den Regionalverwaltungen von Menasche und Alona und um die Städte Pardes Hanna-Karkur, Binjamina und Caesarea aufgetreten. Doch Fälle von infizierten Personen fänden sich im ganzen Land.

Laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ hat es Vorwürfe gegen das Gesundheitsministerium gegeben, den Tod des ersten Infizierten vor drei Wochen vertuscht zu haben. Dass er am West-Nil-Fieber gestorben ist, habe erst der öffentliche Sender „Kan“ am Mittwoch berichtet. Ein Verantwortlicher des Ministeriums schob den Schwarzen Peter an die Regionalverwaltungen weiter. Die hätten aktuell viel mit den im Oktober anstehenden Kommunalwahlen zu tun und daher keine Zeit gehabt, die Moskitos auszuräuchern.

Wie man sich schützen kann

Das Ministerium hat die lokalen Verwaltungen dazu aufgerufen, Maßnahmen zur Beseitigung der Moskitos vorzunehmen. Außerdem ist die Gesellschaft gefordert, sich vor Moskitostichen zu schützen. Es wird empfohlen, Moskitonetze beim Schlafengehen und generell Mückenschutzmittel zu benutzen. Hilfreich sei es auch, sich bedeckt zu kleiden.

Laut Gesundheitsministerium kam das West-Nil-Fieber in jedem Sommer der vergangenen fünf Jahre vor. Aber dieses Mal sei die Verbreitung größer als sonst. Israel ist mit dem Phänomen nicht allein: In Italien sind in diesem Sommer 123 Fälle bekannt geworden – drei Menschen starben dort an dem Virus. In Griechenland starben elf Menschen.

Eigentlich tragen Vögel als Wirtstiere das Virus in sich. Moskitos stechen diese, nehmen es dabei auf und geben es wiederum mit einem Stich an den Menschen weiter. Die ersten dokumentierten Fälle des Fiebers gab es in Israel schon in den frühen 1950er Jahren.

Wie die Symptome aussehen

Zum schlimmsten Befall kam es im Jahr 2000, als rund 400 Menschen daran erkrankten. Die Symptome sind grippe-ähnlich: Kopfschmerzen, Schwächegefühle, geschwollene Lymphknoten, Muskelschmerzen, gerötete Augen oder auch Durchfall. Etwa ein Drittel der Erkrankten bekommt einen Hautausschlag an Brust, Rücken und Armen. Meistens verläuft die Erkrankung harmlos. In einigen Fällen kann sie aber sehr ernst werden, wie die aktuellen Todesfälle zeigen. Normalerweise kann das Fieber nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Die meisten Moskitos in Israel tragen das Virus nicht in sich. Kommt es nach einem Stich aber zu mehrtägigem Fieber oder zum Erbrechen bei Trinkversuchen, empfiehlt sich der Besuch einer Notaufnahme. Weitere Alarmsignale sind schnelles Atmen oder Kopfschmerzen, die aus dem Schlaf reißen.

Von: mm

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