Beim Tech2Peace-Seminar in Jeruham

Beim Tech2Peace-Seminar in Jeruham

Völkerverständigung beim Computerseminar

Sie haben alle die selben Träume: Eines Tages in einer der führenden Hightech-Firmen des Landes zu arbeiten. Ein Seminar bringt Juden, Palästinenser und Beduinen für zwei Wochen zusammen. Der Leiter hat teils erstaunliche Effekte festgestellt.

JERUHAM (inn) – Juden, Palästinenser und Beduinen treffen sich in einem gemeinsamen Seminar – ihr Ziel ist es, Computerexperten zu werden und dabei die Kultur des jeweils anderen besser zu verstehen. Im zweiwöchigen Tech2Peace-Seminar (Technik-für-den-Frieden-Seminar) in der Negev-Stadt Jeruham haben sie alle Möglichkeiten dazu.

Die Teilnehmer, die zwischen 20 und 30 Jahren alt sind, kommen laut der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“ aus Israel, Ostjerusalem und dem Westjordanland. Die Männer und Frauen essen gemeinsam und nehmen in der Gruppe auch außerhalb des Seminars an kulturellen und sozialen Veranstaltungen in Jeruham und in der Umgebung teil.

„Ideen besitzen keine Nationalität“

Der Initiator des Seminars, Dschamal Alkirnawi, der die Start-up-Firma „A New Dawn“ leitet, sagte: „Es ist unglaublich zu sehen, wie die Teilnehmer sich untereinander austauschen und verbinden.“ Die Firma hat es sich zum Auftrag gemacht, die Kluft zwischen Beduinen und Juden im Süden des Landes zu schließen. Er hofft, dass sich dieses Gruppengefühl auch über das Seminar hinaus halten wird. „Wir bieten Beduinen, Palästinensern und Juden eine Plattform, um sich kennenzulernen. Sie teilen die selben Träume. Ideen besitzen keine Nationalität“, sagte Alkirnawi.

Obwohl Englisch die bestimmende Sprache in den Gesprächen untereinander ist, ist Alkirnawi etwas aufgefallen: Einige der Palästinenser lernten im Seminar von ihren Kollegen Hebräisch, einige Israelis versuchten sich im Arabischen. Neben dem Computer-Workshop gibt es auch das Angebot zu Diskussionsrunden, in denen über den israelisch-palästinensischen Konflikt gesprochen werden kann. Es ist geplant, dass die Absolventen zukünftigen Kandidaten als Mentoren zu Rate stehen werden. Das Tech2Peace-Seminar wird neben dem New Israel Fund und der Zionistischen Weltorganisation auch von der Konrad-Adenauer-Stiftung finanziell unterstützt.

Von: mm