Die Vorsitzende der Jülicher Gesellschaft, Gabriele Spelthahn, überreicht Ulrich W. Sahm die Preisurkunde

Die Vorsitzende der Jülicher Gesellschaft, Gabriele Spelthahn, überreicht Ulrich W. Sahm die Preisurkunde

Jülicher Gesellschaft ehrt Nahost-Korrespondent Sahm

Seit Jahrzehnten berichtet Ulrich W. Sahm aus dem Nahen Osten. Für sein Lebenswerk hat er nun den Preis für Zivilcourage der Jülicher Gesellschaft erhalten, die sich für das Gedenken an ermordete Juden starkmacht.

JÜLICH (inn) – Die „Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz“ hat am Sonntag den Nahost-Korrespondenten Ulrich W. Sahm für sein Lebenswerk geehrt. Sahm habe sich „stets bemüht, den Lesern, Zuschauern und Zuhörern im deutschsprachigen Raum die innen- wie außenpolitisch besonders schwierige Lage Israels, der einzigen Demokratie im Nahen Osten, möglichst objektiv nahezubringen“, hieß es in der Begründung.

Vorbild für junge Menschen

Die Vorsitzende der Jülicher Gesellschaft, Gabriele Spelthahn, sagte bei der Feierstunde in der Jülicher Schlosskapelle, es brauche Zivilcourage und Solidarität, um auf allen Seiten und Ebenen in ausgewogener Weise mit sachlich fundierter Recherchearbeit vorzugehen und nicht einseitig Partei zu ergreifen. Diese Tugenden seien auch gefordert, um Antisemitismus, Antizionismus und Antijudaismus jedwede Basis zu entziehen.

Sahm symbolisiere eine Haltung, für die die Jülicher Gesellschaft gerade auch unter jüngeren Menschen werbe: „Als unser Preisträger zollen wir Ihnen tiefen Respekt und hohe Anerkennung für Ihre Lebensleistung, die just in diesen Komponenten zu finden ist. Die Eigenschaft, nicht müde zu werden und immer wieder aufzuklären, ist eines Ihrer Markenzeichen, gerade im Hinblick auf die jungen Generationen und gerade im Hinblick auf den Nahost-Konflikt.“

Toleranz ist zu lernen

Sahm wiederum warb bei einer Podiumsdiskussion für mehr Unvoreingenommenheit in der Bewertung des Nahostkonflikts. Er schilderte anhand von Szenen aus seinem Leben, wie er gelernt habe, toleranter zu werden. Er warnte davor, mit historischen und religiösen „Argumenten“ politische Forderungen von heute zu untermauern.

Außerdem wies er darauf hin, dass auch heute noch viele arabische Staaten das Existenzrecht Israels bestreiten. Diese aggressive Haltung gegenüber Israel sei der Dreh- und Angelpunkt: „Wenn sich diese Haltung ändert, ist vieles möglich.“ Damit relativierte er auch den aktuellen Streit um Jerusalem als Hauptstadt Israels.

Der Sohn des Diplomaten Ulrich Sahm arbeitet seit Mitte der 1970er Jahre als Nahost-Korrespondent, unter anderem für die Nachrichtensender CNN und n-tv. Seit 2008 erscheinen seine Texte regelmäßig bei Israelnetz. Der 67-Jährige ist Autor zahlreicher Bücher, darunter „Alltag im Gelobten Land“.

Einsatz für Demokratie

Neben Sahm wurden am Sonntag mehrere Schüler- und Konfirmandenprojekte ausgezeichnet. Die Preisträger hatten sich in besonderer Weise mit dem Holocaust, mit der Nazi-Diktatur oder mit dem Judentum befasst.

Die Jülicher Gesellschaft ehrt jedes Jahr Menschen, die sich besonders für eine lebendige Demokratie eingesetzt haben. Im Jahr 2001 errichtete sie ein Mahnmal für die ermordeten Juden aus Jülich und den umliegenden Städten.

Von: df

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