Im Vergleich zu anderen entwickelten Ländern ist Israel am stärksten von Armut betroffen

Im Vergleich zu anderen entwickelten Ländern ist Israel am stärksten von Armut betroffen

Jeder fünfte Israeli unterhalb der Armutsgrenze

Mehr als 1,8 Millionen Israelis lebten vergangenes Jahr in Armut – das sind rund 22 Prozent der israelischen Bevölkerung. Damit ist Israel unter den Industrieländern das Land mit der höchsten Armutsquote.

JERUSALEM (inn) – Rund 22 Prozent der Israelis lebten 2016 in Armut. Dies geht aus einem Bericht über die alljährliche Armut des Nationalen Versicherungsinstituts hervor, der am Mittwoch erschienen ist. Mehr als 1,8 Millionen Menschen – darunter 463.300 Familien und 842.300 Kinder – lebten 2016 unterhalb der Armutsgrenze. Während die gesamte Armutsquote und die Armut unter Kindern im Vergleich zu 2015 gestiegen ist, ist die Zahl von Familien und älteren Menschen, die in Armut leben, zurückgegangen.

Nach der Definition des Berichts lebt jede Einzelperson mit einem monatlichen Einkommen unter 785 Euro und Paare, die weniger als 1.256 Euro verdienen, unterhalb der Armutsgrenze. Eine Familie mit fünf Personen muss mehr als 2.355 Euro verdienen, um oberhalb der Armutsgrenze eingestuft zu werden.

Zum ersten Mal hat der Bericht auch die in Israel lebenden Beduinen erfasst. Daniel Gottlieb, stellvertretender Generaldirektor für Recherche und Planung am Nationalen Versicherungsinstitut, sieht darin den Anstieg der Armutsquote begründet. Beziehe man die Beduinen nicht mit ein, lasse sich ein sinkender Trend in der Armutsquote erkennen. Der Bericht führt dies auf die Erhöhung des zuvor gekürzten Kindergeldes und den Anstieg des Mindestlohns zurück.

Lebensmittelrettung soll Lösung bringen

Verglichen mit anderen Industrieländern, wie Tschechien und Chile, hat Israel die höchste Armutsquote. Der Minister für Arbeit und soziale Dienste, Haim Katz, sehe das Problem in der Zuteilung von Ressourcen, die die Regierung gestellt habe, um Familien aus dem Armutszirkel zu befreien. Dies sagte er gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“.

Gidi Kroch, Generaldirektor der Wohltätigkeitsorganisation „Leket Israel“, sei erfreut gewesen über den moderaten Rückgang von Armut. Zugleich machte er auf die vielen Kinder aufmerksam, die ohne Frühstücksbrot in die Schule kommen. Er sagte: „Der Report beweist erneut, dass sich das Denken in Israel verändern muss und wegweisende Schritte auf nationaler Ebene notwendig sind, um mit der weit verbreiteten Armutskrise im Land umzugehen.“ Aus der Perspektive der Wirtschaft, des Sozialen und der Umwelt sei die Rettung von Lebensmitteln, indem überschüssige Nahrungsmittel gespendet werden, die optimale Lösung für das Armutsproblem in Israel.

Von: jea

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