Eines der Symbole der Feminismus-Bewegung: Bei einer Kundgebung in Tel Aviv machten sich die Teilnehmerinnen stark gegen Gewalt, die sich gegen Frauen und Kinder richtet.

Eines der Symbole der Feminismus-Bewegung: Bei einer Kundgebung in Tel Aviv machten sich die Teilnehmerinnen stark gegen Gewalt, die sich gegen Frauen und Kinder richtet.

Gewalt gegen Frauen soll eingedämmt werden

Am Samstag begeht Israel den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Am Donnerstag demonstrierten bereits Aktivistinnen in Tel Aviv gegen häusliche Gewalt.

TEL AVIV (inn) – Weltweit soll am Samstag auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht werden – mit dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. In Tel Aviv marschierten am Donnerstag hunderte Frauen durch die Stadt, um gegen Gewalt zu demonstrieren. In Anlehnung an die Internet-Kampagne „Me too“ (Ich auch) gegen sexuelle Belästigung stand der Marsch unter dem Motto „We too“ (Wir auch). Verschiedene Gruppen und Netzwerke hatten die Kundgebung organisiert.

In einer Erklärung der Organisatoren heißt es laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“: „Wir haben uns dieses Jahr zum Marsch entschlossen, um vom Staat zu verlangen, entschlossen und umfassend gegen Fälle von Gewalt aufgrund des Geschlechts vorzugehen.“

Viele Israelis erleben „Kreislauf der Gewalt“

Zu den Fällen von Gewalt gegen Frauen in Israel hat die Internationale Zionistische Organisation der Frauen neue Zahlen vorgelegt. Demnach starben im laufenden Jahr 17 Frauen an den Folgen häuslicher Gewalt, eine mehr als im Jahr 2016. In den vergangenen fünf Jahren seien es insgesamt 82 Tote gewesen, schreibt die Zeitung „Jerusalem Post“.

Laut der Zahlen sind rund 500.000 Kinder häuslicher Gewalt ausgesetzt, nur 2.000 Fälle würden gemeldet und die Kinder bekämen entsprechende Hilfe. Mehr als eine Million Israelis erlebe einen „Kreislauf der Gewalt“. Im Jahr 2016 gab es rund 12.000 registrierte Fälle von Frauen, denen Gewalt angetan wurde und die deswegen ein Frauenhaus aufsuchten.

Die Zahl der Frauen, die Hilfe benötigt hätten, liege wesentlich höher, erklärt Michal Orion Sagi, eine Sozialarbeiterin der Internationale Zionistische Organisation der Frauen. 200.000 Frauen hätten eigentlich versorgt werden müssen. „Bei den Kindern, die Zeuge von Gewalt werden, erreicht die Hilfe noch weniger“, erklärt sie. Jährlich würden 1.500 Babies in gewalttätige Haushalte hineingeboren – das seien vier pro Tag. Die Gewalt sei körperlicher, aber auch sexueller oder verbaler Natur.

Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen soll für Gewalt gegen Frauen sensibilisieren und Initiativen dagegen stärken. Er wird seit 1981 von Menschenrechtsgruppen wie „Terre des Femmes“ organisiert.

Von: mb

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