Hat die Anweisungen der Safari-Verantwortlichen ignoriert: Zaka-Gründer Meschi Sahav (M., Archivbild)

Hat die Anweisungen der Safari-Verantwortlichen ignoriert: Zaka-Gründer Meschi Sahav (M., Archivbild)

Gründer von Löwin attackiert

Bei einer Safari in Südafrika ist der Gründer der Rettungsorganisation Zaka, Meschi Sahav, einer Löwin zu nahe gekommen. Der Israeli hatte die Ratschläge des einheimischen Personals missachtet.

„Es war schreckliche Angst. Zum ersten Mal in meinem Leben spürte ich Angst und die Macht einer Löwin“, sagte Jehuda Meschi Sahav. Er ist der Gründer und Direktor der israelischen Rettungs- und Bergungs-Freiwilligenorganisation Zaka. Meschi Sahav wurde leicht verletzt, nachdem er auf einer Tournee in Südafrika von einer Löwin angegriffen worden war. Berichten zufolge haben Führer und Einheimische die Löwin mit Stöcken bekämpft.

Meschi-Sahav wurde in ein örtliches Krankenhaus gebracht, um medizinische Hilfe zu erhalten. Er war in Südafrika zu einem gemeinsamen Training mit südafrikanischen Freiwilligen und einer Zaka-Delegation aus Israel. Sie lehrten die Freiwilligen, mit Katastrophen umzugehen.

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Die Gruppe nahm dabei auch an einer Jeep-Safari durch ein Naturschutzgebiet teil. Sie wurden über Sicherheit und Verhalten mit den Löwen informiert. „Beugen Sie sich nicht, knien Sie nicht und streicheln Sie nicht ihre Köpfe.“ Meschi Sahav ging neben einer ausgewachsenen Löwin mit der Hand auf ihrem Rücken, ehe sie sich plötzlich umdrehte und ihn angriff. „Die Löwin hat mich umgeworfen, aber ich durfte nicht fallen, denn sonst hätte sie mich angegriffen“, erklärte Meschi. „Dann haben alle angefangen, sie mit Stöcken zu schlagen.“

Erste Hilfe – und eine würdige Bestattung

Die Organisation Zaka wurde 1989 von Jehuda Meschi-Sahav gegründet, nach einem Terroranschlag auf einen Bus. Seitdem sammeln die freiwilligen Mitarbeiter der Organisation nach schweren Unfällen und Terroranschlägen die menschlichen Überreste der Opfer ein. Über 1.000 der meist orthodox-jüdischen freiwilligen Helfer unterstützen die Polizei bei der Identifizierung der Toten und sorgen gemäß jüdischen Vorstellungen dafür, dass der Tote „komplett“ begraben wird, selbst wenn er durch die Bombe eines Selbstmordattentäters zerfetzt worden ist. Die Helfer sind auch ausgebildete Sanitäter.

Die Mitglieder sind ausschließlich Ehemänner und benötigen das Einverständnis ihrer Frauen. Sie werden erst nach einem intensiven Spezialtraining eingesetzt. Sie haben in der Katastrophenhilfe inzwischen so viel Erfahrung gewonnen, dass sie auch eine unentbehrliche Hilfe bei Naturkatastrophen im Ausland, wie dem Tsunami in Ostasien 2004, leisten.

Seit 1995 wird Zaka offiziell von der israelischen Regierung und selbst von der UNO anerkannt. Zaka wurde sogar als Freiwilligenorganisation des Jahres 2001 ausgezeichnet.

Andere Zaka-Einheiten bestehen aus Drusen, Muslimen oder Beduinen, um in deren Gemeinden Toten eine ehrenvolle Behandlung zukommen zu lassen oder am Schabbat Dienst zu tun. Juden unterbrechen jederzeit den Schabbat, um Lebensgefahr abzuwenden oder Leben zu retten, weil die Tora dies fordert, aber nicht für Dienste an Toten.

Prominentes deutsches Ehrenmitglied

Die Freiwilligen sind durch ihre leuchtend gelben Westen mit der Aufschrift „Zaka“ kenntlich. Oft sind sie, durch Mobiltelefone oder Funk von Anschlägen verständigt, die Ersten am Unfallort und die letzten, die ihn verlassen, nachdem sie buchstäblich die letzten Hautfetzen von Hauswänden gekratzt haben. Der damalige deutsche Bundespräsident Horst Köhler wurde im April 2005 erstes deutsches Ehrenmitglied bei Zaka.

Von: Ulrich W. Sahm