Auch Palästinenser kamen in die Siedlung Efrat, um das Laubhüttenfest zu feiern

Auch Palästinenser kamen in die Siedlung Efrat, um das Laubhüttenfest zu feiern

Juden und Palästinenser feiern in Siedlung

Der Bürgermeister der Siedlung Efrat hat Palästinenser in seine Laubhütte eingeladen. Nach einer ähnlichen Veranstaltung im vergangenen Jahr waren mehrere Palästinenser wegen ihrer Teilnahme festgenommen worden. Dennoch kamen auch dieses Mal Dutzende Araber zu dem Fest.

EFRAT (inn) – Juden und Palästinenser haben in der Siedlung Efrat im Westjordanland gemeinsam „Koexistenz“ gefeiert. Zu dem Fest hatte der Bürgermeister der Ortschaft, Oded Revivi, in seine Laubhütte eingeladen.

Rund 100 Menschen folgten der Einladung, unter ihnen waren etwa 30 Palästinenser aus verschiedenen Ortschaften. Ihre Identität wurde geheimgehalten, um sie vor Verfolgung durch die Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zu schützen. Ferner waren Efrats Oberrabbiner Schlomo Riskin sowie als Vertreter der Armee Brigadegeneral Nir Aran zu Gast. Zudem spielte ein jüdisch-muslimisches Musik-Ensemble auf.

Bürgermeister Revivi betonte in seiner Ansprache, Frieden werde nur durch außergewöhnliche Maßnahmen erreicht. Er fügte hinzu: „Zuerst müssen wir Frieden zwischen den Nachbarn haben und dann werden wir in der Lage sein, die nationale Versöhnung zu fördern." Die palästinensischen Besucher nannte Revivi „mutige Helden“. Es sei nicht selbstverständlich, dass die gemeinsame Feier des Laubhüttenfestes zum zweiten Mal in Folge stattfinde, betonte der Bürgermeister. Er erinnerte daran, dass die PA im vergangenen Jahr palästinensische Besucher des Festes verhaftet hatte.

Gemeinsam „Brücken bauen“

„Wir dürfen nicht zulassen, dass sich diejenigen durchsetzen, die Trennung gegenüber der Koexistenz bevorzugen. Wir müssen die imaginären Mauern, die uns trennen, niederreißen und weiterhin Brücken zwischen unseren beiden Gemeinschaften bauen."

Revivi hatte die PA nach den Verhaftungen im Vorjahr scharf kritisiert. Es könne nicht sein, dass ein Kaffeetrinken von Juden und Palästinensern als Verbrechen angesehen werde. Die Autonomiebehörde müsse sich fragen, ob sie die Flammen des Konfliktes weiter anheizen oder die Menschen zusammenbringen wolle.

von: dn