Ein israelischer Krankenwagen (Symbolbild)

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Terroranschlag: Palästinenser erschießt drei Israelis

Bei einem Anschlag durch einen palästinensischen Terroristen sind am Dienstag drei Israelis getötet worden. Der Täter hatte eine Arbeitserlaubnis für eine Siedlung. Die Hamas begrüßte die Tat.

HAR ADAR / JERUSALEM (inn) – Ein palästinensischer Terrorist hat am Dienstagmorgen im Westjordanland drei israelische Sicherheitsbeamte erschossen und einen weiteren schwer verletzt. Der Anschlag geschah außerhalb der Siedlung Har Adar nahe Jerusalem.

Laut der Polizei erreichte der Angreifer in den Morgenstunden den hinteren Eingang der Siedlung und eröffnete das Feuer auf eine Gruppe von Sicherheitspersonal. Ein Grenzpolizist und zwei private Sicherheitsmänner kamen ums Leben: Solomon Gavaria (20) aus Be'er Jaakov, Or Arisch (25) aus Har Adar und der Araber Jussef Othman aus Abu Gosch. Sie öffneten gerade den Eingang für palästinensische Arbeiter.

Angreifer hatte Arbeitserlaubnis

Der Attentäter namens Nimer Mahmud Ahmad Dschamal ist ein palästinensischer Arbeiter aus der nahe gelegenen Ortschaft Beit Surik. Er wurde am Tatort von Sicherheitskräften getötet. Der 37-Jährige hatte eine Arbeitserlaubnis gehabt. Er näherte sich mit der Arbeitergruppe kurz vor 7 Uhr (Ortszeit) der Siedlung.

Der Mann habe „Verdacht erregt“, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“ mit Verweis auf den Polizeibericht. Die Beamten forderten ihn auf, stehenzubleiben. Dann habe er eine Pistole aus seinem Hemd genommen und auf die Israelis geschossen.

Der Attentäter ist laut Polizei ein Vater von vier Kindern und einer der wenigen Palästinenser mit einer solchen Arbeitserlaubnis, der einen Terroranschlag verübte. Dem Schabak sei bislang nicht bekannt, dass der Mann in Terroraktivitäten involviert sei.

Probleme in der Ehe

Seine Frau habe ihn laut Sicherheitsquellen vor ein paar Wochen verlassen und sei nach Jordanien gezogen. Die Kinder seien bei Dschamal geblieben. Das Armee-Radio berichtete, dass der Mann eine Nachricht hinterließ, bevor er den Anschlag ausübte. Er schrieb, er sei „ein schrecklicher Ehemann“ und seine Frau habe „nichts mit dem zu tun hat, was passieren wird“.

In den Stunden nach dem Anschlag durchsuchten Sicherheitskräfte das Haus des Attentäters. Die Polizei riegelte zudem Beit Surik ab. Bewohner durften zwar hinein, aber die Polizei erlaubte ihnen nur, aus „humanitären“ Gründen das Gebiet zu verlassen.

Hamas begrüßt Attacke

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat den Anschlag verurteilt. Auf Twitter schrieb er: „Der grausame Terrorangriff zeigt einmal mehr die tägliche Front, an der unsere Sicherheitskräfte in der wichtigsten Mission stehen - die Sicherheit der Bürger Israels zu schützen und zu verteidigen."

Die radikal-islamische Hamas begrüßte den Anschlag. Ein Hamas-Sprecher sagte laut der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag: „Das Verhältnis zu der Besatzungsmacht (Israel) ist kein Verhältnis einer Ko-Existenz, sondern ein Verhältnis des bewaffneten Widerstandes.“ Der Angriff sei eine Reaktion auf die „Besatzungsmaßnahmen“ in Jerusalem und gegen die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg. Die Fatah machte allein Israel für den Vorfall verantwortlich.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes verurteilte den Anschlag auf israelische Sicherheitskräfte „auf das Schärfste“: „Erneut ruft uns ein feiger Mordanschlag in Erinnerung, wie weit der Nahostkonflikt noch immer von einer Befriedung entfernt ist. [...] Wir erwarten von allen, die auf palästinensischer Seite Verantwortung tragen, dass sie sich klar und unmissverständlich von Gewalt distanzieren.“ Andernfalls drohten die Bemühungen um eine Wiederaufnahme von Verhandlungen zu scheitern. Alle Seiten sollten zur Deeskalation beitragen.

Von: mab

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