Auch Städte wie Jerusalem sind geprägt von Bäumen

Auch Städte wie Jerusalem sind geprägt von Bäumen

Juden pflanzen Bäume

Der jüdische Halbfeiertag „TU BiSchvat“ trägt zur Bildung bei und nährt die Vorfreude auf den Frühling. Außerdem dient er dem Umweltschutz.

Israel geht in vielen Bereichen gegen den Trend. Einer davon ist der Baumbestand: Heute hat der jüdische Staat – im Gegensatz zu den allermeisten anderen Ländern – mehr Bäume als vor 100 Jahren. Dazu trägt sicher auch das „Neujahrsfest der Bäume“, „TU BiSchvat“, bei.

Der Name bezieht sich auf das jüdische Datum: Im hebräischen Alphabet hat jeder Buchstabe gleichzeitig einen Zahlenwert. „Tet“ entspricht der 9 und „Waw“ der 6. Gemeinsam stehen die beiden Buchstaben für 15. Ihre Kombination wird als „TU“ ausgesprochen. Deshalb ist „TU BiSchvat“ der 15. Tag des Monats Schvat. In diesem Jahr fällt er auf den 11. Februar.

Juden pflanzen an dem Halbfeiertag traditionell Bäume. Israelische Schüler erhalten in dieser Zeit nicht nur die Halbjahrszeugnisse. Sie unternehmen auch Exkursionen, um die Pflanzenwelt ihres Landes kennenzulernen. Bereits im ersten Jahrhundert vor der Zeitrechnung legte die Schule von Rabbi Hillel dem Älteren fest, dass der 15. Schvat als „Neujahr der Bäume“ gelten soll. Konkret ging es darum, ab wann die Früchte bei der Abgabe des Zehnten zum neuen Jahr gezählt werden. Der 15. Tag des Monats Schvat eignet sich gut dafür, weil in dieser Zeit die Regenzeit in Israel endet. Neue Früchte beginnen sich an den Bäumen zu formen.

„TU BiSchvat“ wird in der Bibel noch nicht erwähnt. Doch ein Gebot, auf das der Festtag Bezug nimmt, findet sich etwa in 3. Mose 19,23: „Wenn ihr in das Land kommt, sollt ihr allerlei Bäume pflanzen!“ Zudem vergleicht die Bibel Menschen mitunter mit Bäumen. So heißt es in Psalm 1,3 über den Gerechten: „Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“

Verbindung zu Israel in der Diaspora

Im 17. Jahrhundert kam in der Diaspora der Brauch auf, wie beim Passahfest einen Seder zu feiern. Dabei essen Juden verschiedene Früchte und trinken vier Gläser Wein. Dies soll die Verbindung zum Land Israel betonen. Diasporagemeinden sammeln zudem Geld, um Bäume in Israel pflanzen zu können.

An TU BiSchvat hat auch die Knesset Geburtstag. Ebenso wurden an diesem jüdischen Datum die Grundsteine der Hebräischen Universität Jerusalem und der Universität Haifa gelegt.

Immer mehr Bedeutung erhält indes der Gedanke des Umweltschutzes. Und in diesem Jahr hat das Pflanzen von Bäumen in Israel eine besondere Aktualität – wurden doch bei den Bränden im November viele Hektar Wald zerstört.

Von: Elisabeth Hausen

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