Ultraorthodoxe zieht es nicht nur in eine Jeschiva, sondern zunehmend auch an eine Hochschule

Ultraorthodoxe zieht es nicht nur in eine Jeschiva, sondern zunehmend auch an eine Hochschule

Zahl der Strenggläubigen an Hochschulen steigt

Immer mehr Ultraorthodoxe streben einen Hochschulabschluss an, stellt das israelische Statistikamt fest. Allerdings ist die Rate der Studienabbrecher vergleichsweise hoch.

JERUSALEM (inn) – Seit dem Jahr 2009 ist die Zahl der Ultraorthodoxen an israelischen Hochschulen um etwa 250 Prozent gestiegen. Diese Zahl hat das Zentrale Statistikamt veröffentlicht. Im akademischen Jahr 2015/2016 waren demnach 11.013 Ultraorthodoxe an Hochschulen eingeschrieben. Im Jahr 2009/2010 waren dies noch 4.537.

Damit ist die Zahl der Ultraorthodoxen im Studium jedes Jahr im Schnitt um 16,3 Prozent gestiegen. Insgesamt nahm die Zahl der Studenten in Israel jedes Jahr im Schnitt um 1,6 Prozent zu. Der Anteil der Ultraorthodoxen unter jüdischen Studenten liegt bei 4,8 Prozent im Bachelor-Studiengang, bei 2,4 Prozent im Master-Studiengang und bei 0,6 Prozent bei Kandidaten für den Doktortitel.

Langes Studium

Dabei sind allerdings die wenigsten Ultraorthodoxen, 12 Prozent, an klassischen Forschungsuniversitäten eingeschrieben. Zu den Hochschulen zählen in der Statistik auch sogenannte „Academic Colleges“, die nur einen Bachelor-Studiengang anbieten. Dort studieren 48 Prozent der Ultraorthodoxen. Der Rest lässt sich zu Lehrern ausbilden (27 Prozent) oder betreibt ein Fernstudium (14 Prozent).

Hinzu kommt, dass die Zahl der Studienabbrecher vergleichsweise hoch ist: Knapp 24 Prozent haben kein zweites Studienjahr begonnen, bei anderen jüdischen Studenten liegt diese Rate bei 8,2 Prozent. Zudem haben knapp 40 Prozent derjenigen, die sich bereits 2009 eingeschrieben haben, noch immer keinen Abschluss.

Der Rat für Hochschulbildung hat die Einbindung von Ultraorthodoxen zur Priorität erklärt. Im September 2016 hat der Rat angekündigt, dazu umgerechnet 123 Millionen Euro zu investieren. Das berichtet die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“. Bildungsminister Naftali Bennett hat zu diesem Anlass gesagt, das Bildungssystem sollte „die Integration von Ultraorthodoxen, Arabern, äthiopischen Einwanderern und der Peripherie nicht aufgeben“.

Von: df

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