Mehr als 60 Prozent der Araber in Israel sind mir ihrer Lebenssituation zufrieden
Mehr als 60 Prozent der Araber in Israel sind mir ihrer Lebenssituation zufrieden

Hälfte der israelischen Araber sind „stolze Israelis“

Die Mehrheit der israelischen Araber ist stolz darauf, Bürger des Landes zu sein. Israel habe jedoch nicht das Recht, sich als jüdischen Staat zu definieren, sagen mehr als drei Viertel der Araber im Land. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.

JERUSALEM (inn) – Mehr als 55 Prozent der in Israel lebenden Araber bezeichnen sich als „stolze Israelis“. Ihre persönliche Lebenssituation sehen 61 Prozent der israelischen Araber als „gut oder sehr gut“ an. Das geht aus dem „Israelischen Demokratie-Index 2016“ des „Israelischen Demokratischen Instituts“ hervor, der am Montag an Staatspräsident Reuven Rivlin übergeben wurde.

Der Umfrage zufolge gaben mehr als 76 Prozent der Araber an, Israel habe nicht das Recht, sich als „jüdischen“ Staat zu definieren. Bei den jüdischen Israelis vertraten mehr als 52 Prozent die Meinung, wer Israel als Nationalstaat für das jüdische Volk ablehne, sollte sein Wahlrecht verlieren. Rund 86 Prozent der jüdischen Israelis sahen sich selbst als „stolze Staatsbürger“ und etwa 78 Prozent waren mit ihrer persönlichen Lebenssituation zufrieden.

Die klare Mehrheit der jüdischen Israelis (72 Prozent) ist dafür, dass Sicherheitsangelegenheiten und Belange des Friedens allein von der jüdischen Bevölkerung entschieden werden sollten. Ebenfalls mehr als die Hälfte (56 Prozent) sieht in der arabischen Bevölkerung des Landes kein Sicherheitsrisiko. 46 Prozent der Juden halten die arabische Bevölkerung für ein solches Risiko für den Staat. Rund 53 Prozent der Juden stimmten der Aussage zu, Araber würden, verglichen mir ihren jüdischen Mitbürgern, diskriminiert.

Einen jüdischen Ehepartner kann sich nur etwa jeder fünfte Araber vorstellen. Bei den Juden ist es ebenfalls nur jeder fünfte, der einen arabischen Ehepartner akzeptieren würde. Anderen Beziehungen stehen beide Seiten offener gegenüber. So können sich 88 Prozent der Araber vorstellen, mit einem Juden befreundet zu sein. Umgekehrt haben 67 der Juden nichts gegen eine Freundschaft mit einem Araber. 82 Prozent der Juden können sich arabische Arbeitskollegen vorstellen, umgekehrt sind 96 Prozent der Araber für die Zusammenarbeit mit jüdischen Kollegen. 86 Prozent der Araber können sich Juden als Nachbarn vorstellen und 67 Prozent der Juden haben nichts gegen arabische Nachbarn.

Wenig Vertrauen in die Regierung

Bei der Umfrage wurde auch nach dem Vertrauen in verschiedene israelische Einrichtungen gefragt. Bei den jüdischen Bürgern schnitt hier die Armee am besten ab: 90 Prozent der Juden und nur 32 Prozent der Araber vertrauten dem Militär.

Das Vertrauen in den Obersten Gerichtshof ist bei den Juden weiter auf dem Sinkflug. Rund 56 Prozent der Juden und knapp 52 Prozent der Araber vertrauten der Institution. Im Vorjahr genoss der Gerichtshof noch das Vertrauen von 62 Prozent der jüdischen Israelis.

In die Knesset haben nur 28 Prozent der Juden und 18 Prozent der Araber Vertrauen. Ähnlich sieht es mit der Regierung aus (28 und 20 Prozent). Den Medien vertrauten 26 Prozent der Juden und 15 Prozent der Araber. Politische Parteien genossen das Vertrauen von 14 Prozent der Juden und 12 Prozent der Araber.

Die Telefonumfrage wurde unter 1.531 Israelis im Mai dieses Jahres durchgeführt.

Von: dn

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