Israelische Schüler stehen in der aktuellen PISA-Studie nicht gut da
Israelische Schüler stehen in der aktuellen PISA-Studie nicht gut da

Israelische Schüler in PISA-Studie unterdurchschnittlich

Im aktuellen PISA-Test bleibt Israel trotz einiger Verbesserungen auf den hinteren Rängen. Besonders arabische Schüler schneiden schlecht ab. Für Bildungsminister Bennett zeigt sich die Notwendigkeit, das Bildungsgefälle in Israel zu verringen.

JERUSALEM (inn) – Israelische Schüler zeigen in Naturwissenschaft, Mathematik und Lesen unterdurchschnittliche Leistungen. Das ist das Ergebnis der am Dienstag veröffentlichten Bildungsstudie PISA. Die Einbindung von Einwanderern und die Abhängigkeit vom sozialen Hintergrund halten sich demnach seit dem Jahr 2006 auf Durchschnittsniveau. Überdurchschnittlich ist hingegen die Verteilung der Leistung zwischen Jungen und Mädchen.

Für die Studie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden alle drei Jahre die Leistungen von 15-Jährigen überprüft. Im Lesen erreichte Israel den 37. Platz von 72, in den Naturwissenschaften den 40. Platz von 72, und in Mathematik den 39. Platz. In den letzten beiden Fächern haben sich die Leistungen im Vergleich zum Jahr 2013 verbessert. In allen drei Fächern zeigten hebräisch-sprachige Schüler bessere Leistungen als arabisch-sprachige.

Hoher Notenumfang

Eine überdurchschnittlich hohe Zahl der israelischen Schüler ist in den zwei Wochen vor dem PISA-Test mindestens an einem Tag dem Unterricht ferngeblieben. Israel kommt bei diesem Wert mit einem Schüleranteil von mehr als 30 Prozent auf den 14. Rang. In der Frage, wie viele Schüler mindestens einmal in ihrer Schullaufbahn sitzengeblieben sind, liegt Israel knapp unter dem OECD-Durchschnitt; der Anteil beträgt hier etwas weniger als 10 Prozent.

Die Studie zeigt laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ weiter, dass Israel vergleichsweise wenige Schüler mit herausragenden Leistungen hat – ein Anteil von 13,9 Prozent bei einem internationalen Durchschnitt von 15,3 Prozent. Im Gegensatz dazu ist der Anteil schlechter Schüler besonders hoch: Er liegt bei 20 Prozent, unter Arabern sogar bei 45 Prozent. Im weltweiten Durchschnitt liegt der Anteil bei 13 Prozent.

Bennett: Vor uns liegt viel Arbeit

Für Bildungsminister Naftali Bennett zeigen diese Werte die Notwendigkeit auf, das Gefälle im israelischen Bildungssystem zu verkleinern. „Seit Amtsübernahme habe ich die Mehrheit der Mittel für den Ausbau des Faches Mathematik und für die Verbesserung der Lehre eingesetzt“, sagte Bennett. Landesinterne Studien belegten zwar eine Verringerung des Gefälles, doch „der Weg ist noch weit und wir haben viel Arbeit vor uns“.

Laut der Ende November veröffentlichten TIMSS-Bildungsstudie haben sich sich die Leistungen israelischer Achtklässler in Naturwissenschaft und Mathematik im internationalen Vergleich verschlechtert. Die TIMSS-Studie gilt als kleine Schwester der PISA-Studie. Bennett sprach damals angesichts der Ergebnisse von einem „nationalen Ernstfall“.

Die PISA-Studie erhält bei ihrer Veröffentlichung viel mediale Aufmerksamkeit, steht jedoch auch in der Kritik. Bemängelt wird etwa der Fokus auf Naturwissenschaft zuungunsten von Fremdsprachen, Geisteswissenschaften und den musischen Fächern. Der deutsche Bildungswissenschaftler Jochen Krautz beklagt zudem, PISA gehe mit dem normativen Test nicht auf den jeweiligen Bildungsplan der Länder ein, also auf das, was die Schüler tatsächlich gelernt haben. (df)

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Von: df

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