Rivlin in der Präsidenten-Residenz beim Gedenken an den ermordeten Premier Jitzhak Rabin
Rivlin in der Präsidenten-Residenz beim Gedenken an den ermordeten Premier Jitzhak Rabin

Rivlin zu Rabin-Gedenken: „Mörder wird nie begnadigt“

JERUSALEM (inn) – Israels Präsident Reuven Rivlin würde den Mörder von Jitzhak Rabin niemals begnadigen. Dies hat der Politiker bei dem offiziellen Gedenken an den 20. Todestag des ehemaligen Premierministers versichert.

Israels Staatspräsident Rivlin sagte während des Gedenkens an den ermordeten Premier Rabin laut des Außenministeriums: „Solange ich Präsident bin, kommt Rabins Mörder nicht frei.“ Dieser Mord sei nicht nur ein Mord an einem israelischen Anführer gewesen, sondern am ganzen Land.

Am Sonntag jährte sich der Tag von Rabins Ermordung nach dem jüdischen Kalender zum 20. Mal. Jeder Rabin-Todestag soll ein Tag der Selbstüberprüfung des israelischen Volkes und der israelischen Demokratie sein. Für diese und die kommenden Generationen soll es ein Gedenken in ganz Israel mit allen gesellschaftlichen Sektoren sein.

Rivlin fragte bei der Zeremonie in der Präsidenten-Residenz in Jerusalem: „Tun wir 20 Jahre nach dem Mord genug [...] gegen die Zerstörungskraft politischer Gewalt?“ Das Kriterium von Demokratie sei die Fähigkeit, Gemeinsamkeiten zwischen unterschiedlichen Gruppen zu etablieren für eine „gemeinsame israelische Identität“.

Bei der Veranstaltung waren Mitglieder der Rabin-Familie anwesend wie der Enkel Jonatan Ben Arzi. Neben dem neunten israelischen Präsidenten Schimon Peres gedachten auch Bauminister Joav Galant und Oppositionsführer Isaak Herzog.

Peres sagte bei der Gedenkfeier: „Rabin wusste, der Gegner ist ein Feind, und man muss versuchen, ihn unerschütterlich zu finden – gegen den mörderischen Terrorismus. Während Frieden – trotz aller Schwierigkeiten – mit den Feinden geschlossen wird.“

In einem Interview der Onlinezeitung „Times of Israel“ machte die Tochter Dalia Rabin deutlich, dass es Israel in vielen Belangen heute besser ginge, lebte ihr Vater noch. Allerdings ist sie sich nicht sicher, ob es mit den Palästinensern Frieden haben würde.

Unterdessen hat der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton angekündigt, bei der Gedenk-Demonstration zu Ehren Rabins am kommenden Samstag in Tel Aviv zu sprechen, wie auch die Tochter des 1995 ermordeten Premiers. Der US-Politiker war dabei, als Rabin und der 2004 verstorbene PLO-Chef Jasser Arafat 1993 das Osloer Friedensabkommen unterzeichneten.

Der israelische Premierminister Jitzhak Rabin wurde am 4. November 1995 bei einer Friedenskundgebung in Tel Aviv von dem rechtsradikalen jüdischen Israeli Jigal Amir ermordet. Die Tat ereignete sich an dem Ort, der damals „Platz der Könige Israels“ hieß, mittlerweile aber Rabins Namen trägt. (ms)

Von: ms

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