Zerschmetterte Grabsteine: Staatspräsident Rivlin begutachtet nach einem Angriff die Schäden auf dem jüdischen Friedhof am Ölberg.
Zerschmetterte Grabsteine: Staatspräsident Rivlin begutachtet nach einem Angriff die Schäden auf dem jüdischen Friedhof am Ölberg.

Vor allem jüdische Stätten werden geschändet

JERUSALEM (inn) – Jüdische Orte sind am meisten von Angriffen auf heilige Stätten in Israel und dem Westjordanland betroffen. Das geht aus einer Studie hervor, die sich auf die vergangenen vier Jahre bezieht.

Die Mehrheit der heiligen Stätten, auf die in Israel oder im Westjordanland Angriffe verübt werden, ist jüdisch. In den vergangenen vier Jahren liegt der Anteil bei 52 Prozent. 26 Prozent der geschändeten Stätten sind muslimisch und 22 christlich. Das haben Mitarbeiter der internationalen Non-Profit-Organisation „Search for Common Ground“ herausgefunden. Sie widmet sich der Konfliktlösung, vor allem durch interreligiöse Projekte.

Das Jerusalemer Büro der Organisation hat seit 2013 Angriffe auf religiöse Stätten beobachtet und kategorisiert. Die gesammelten Daten gehen bis September 2011 zurück. Seitdem wurden 136 Schändungen von jüdischen, muslimischen oder christlichen Stätten gezählt. Ausgangspunkt für die Untersuchung war ein Pilotprojekt, das 2011 in Bosnien begann.

Rückgang nach Ermordung der Talmudschüler

Die Auflistung unterscheidet nicht nach der Höhe des entstandenen Schadens. Hingegen nennt sie Datum und Ort eines Angriffes sowie die Art des begangenen Verbrechens. Hinzu kommen Links zu Medienberichten und Informationen über die polizeilichen Ermittlungen. Eine Google-Landkarte bietet eine Übersicht über die Tatorte, mit den Farben Blau für jüdische, Grün für muslimische und Rot für christliche Stätten. Wer links auf ein Datum klickt, erfährt auf der Karte, um welchen Angriff es sich jeweils handelt.

Eine Systematik von Zeit oder Ort konnten die Analysten bei ihrer Untersuchung nicht erkennen. Überraschend sei ein dramatischer Rückgang der Straftaten im Juni 2014. Hier vermuten die Mitarbeiter der Organisation einen Zusammenhang mit der Entführung und Ermordung der drei Talmudschüler und der Festnahmewelle gegen die Hamas. „Wir können es nicht sicher sagen, aber wir nehmen an, dass die Leute zu sehr mit den anderen Dingen beschäftigt waren, die sich abspielten“, sagte die Ko-Leiterin des Jerusalemer Büros, Scharon Rosen, der Onlinezeitung „Times of Israel“.

Auch Juden greifen jüdische Stätten an

Die Studie macht deutlich, dass in vielen Fällen Juden für Angriffe auf jüdische Stätten verantwortlich gemacht werden. Programmkoordinator Eran Zidkijahu merkte an: „In viele Synagogen wird aus Gründen eingebrochen, die für verbrecherisch gehalten werden, und es gibt viel Gewalt gegen konservative und Reformsynagogen, die nach unserer Annahme durch orthodoxe oder ultra-orthodoxe Elemente verübt werden. In manchen Fällen werden Synagogen auch aus nationalistischen Gründen verwüstet, vor allem in Grenzgebieten.“ (eh)

Von: eh

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