Prinz-von-Asturien-Preis für Yad Vashem-Museum

JERUSALEM / OVIEDO (inn) – Das neue Museum der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem erhält den diesjährigen Prinz-von-Asturien-Preis. Die Auszeichnung in der Kategorie "Eintracht" soll im Herbst dieses Jahres im spanischen Oviedo verliehen werden.

Das Museum sei mit dem Preis für die "beständige Arbeit zur Überwindung von Hass, Rassismus und Intoleranz" ausgezeichnet worden, ließ die Jury am Mittwoch in der nordspanischen Stadt Oviedo verlauten. Laut dem Evangelischen Pressedienst (epd) hatte Bundeskanzlerin Merkel das Museum schon im Jahr 2005 für die Kandidatur vorgeschlagen.

Der Leiter der Holocaust-Gedenkstätte, Avner Schalev, dankte der Jury für ihre Anerkennung. "Ich bin zutiefst gerührt und äußerst stolz, dass Yad Vashem mit dem Prinz-von-Asturien-Preis ausgezeichnet worden ist." Diese internationale Auszeichnung zeige, dass die Erinnerung an den Holocaust noch immer von erheblicher Wichtigkeit für das Nebeneinander von Staaten sei, hieß es in einer Pressemitteilung. "Die Auszeichnung mit dem Prinz-von-Asturien-Preis regt uns an, mit den Bemühungen um eine bessere Zukunft durch die Konfrontation mit der Vergangenheit fortzufahren. Außerdem betont sie die große Verantwortung, die Yad Vashem trägt."

Das Museum war am 15.März 2005 eröffnet worden. Auf einer rund 4.200 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche, die größtenteils unterirdisch liegt, wird an das Verbrechen der Nazis an den Juden während des "Dritten Reiches" erinnert. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wurde im Jahr 1953 gegründet.

Am 26. Oktober dieses Jahres soll der Preis von dem spanischen Thronfolger Prinz Felipe von Asturien in Oviedo vergeben werden. Die Stiftung "Prinz-von-Asturien" zeichnet jährlich Personen, Institutionen und Gruppen in acht Kategorien aus, darunter "Eintracht", "Literatur" und "Internationale Zusammenarbeit". Die Auszeichnung ist mit einem Geldbetrag von je 50.000 Euro dotiert. Unter den Preisträgern der vergangenen Jahre befinden sich der Schriftsteller Günter Grass und der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl.

Von: L.-M. Seelig