Gesäuertes Brot verkauft – Pessach hat begonnen

JERUSALEM (inn) – Seit Mittwochabend feiern die Juden in Israel das Pessachfest – bei einer Zeremonie wurde das letzte Sauerteig-Brot an einen Araber aus Abu Gosch verkauft. Zahlreiche Sicherheitskräfte bleiben wegen zahlreicher Terrorwarnungen während der Woche in Alarmbereitschaft.

Premierminister Ehud Olmert erklärte am Dienstag für rechtens, dass der letzte Sauerteig (“Hametz”) des Landes an Nicht-Juden verkauft wird. Der sefardische Oberrabbiner Schlomo Amar und sein aschkenasischer Kollege Jonah Metzger erhielten dazu vom Premier offiziell die Erlaubnis.

Das Brot wurde am Mittwoch für umgerechnet 3.500 Euro an Ismail Dschabar aus dem arabischen Dorf Abu Ghosch in der Nähe von Jerusalem verkauft. Als Sauerteig gilt, was Hefe oder Gärungsmittel in Verbindung mit jeder erdenklichen Kornart, wie Weizen, Hafer oder Roggen enthält. Bei der Zeremonie im Handelsministerium unterzeichneten jüdische Geschäftsinhaber, die noch Lebensmittel mit Sauerteig in ihrem Bestand hatten, symbolisch einen Verkaufsvertrag. Laut dem biblischen Bericht vom Exodus (2. Mose) hatten die Israeliten bei ihrer Flucht aus Ägypten keine Zeit, Sauerteig anzusetzen und aßen daher nur ungesäuertes Brot.

Eine Umfrage des Mutagim Consulting-Unternehmens ergab, dass sich 31,6 Prozent der Juden in Israel weder zu Pessach noch an anderen Tagen im Jahr um die Regeln für koscheres Essen kümmern. Von den Befragten achteten 25,8 zumindest zu Pessach auf die Regeln. 14,1 Prozent ist es das ganze Jahr über wichtig, dass die Koscher-Vorschriften (Kaschrut) eingehalten werden.

Mehr als 800.000 Israelis wollen die Feiertage im Ausland verbringen, berichtet das israelische Fernsehen. Zu Spitzenzeiten – am 23. April – werden voraussichtlich 45.6000 Personen den Ben Gurion-Flughafen benutzen. Die Zahl der Personen, die über Pessach ins Ausland fliegen, ist in diesem Jahr 22 Prozent höher als im vergangenen Jahr.

Etwa 13.000 Sicherheitskräfte werden hingegen über die Feiertage ihren Dienst tun. Soldaten und Polizisten sind im ganzen Land aufgestellt, um mögliche Angriffe von Palästinensern zu vereiteln. Sie stehen vor Synagogen, in den Stadtzentren, auf den Hauptstraßen und an Orten mit großen Menschenaufkommen sowie an den Grenzen zu den Palästinensergebieten. Diese sind über die Feiertage abgeriegelt. Im Vorfeld gingen mehr als 80 Terrorwarnungen ein.

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