Geheimdienst erhebt Klage gegen Abu Sisi

BE´ER SCHEVA (inn) - Der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak (Schin Beit) hat am Montag Klage gegen den Palästinenser Dirar Abu Sisi erhoben. Dem 41-Jährigen aus dem Gazastreifen werden unter anderem hundertfacher versuchter Mord und Mitgliedschaft in einer Terror-Organisation zur Last gelegt. Der Ingenieur war von israelischen Agenten im Februar in der Ukraine entführt und nach Israel gebracht worden.

Die Anklage wurde beim Bezirksgericht in Be´er Sheva erhoben. Darin heißt es, Abu Sisi habe während seines Studiums an einer Militärakademie in der Ukraine umfangreiche Kenntnisse über die Technologie von Raketen und Kontrollsystemen erlangt. Nach seiner Rückkehr in den Gazastreifen habe er neben seiner Tätigkeit als Ingenieur im Kraftwerk von Gaza seit dem Jahr 2002 auch für die Hamas gearbeitet. Für diese habe er unter anderem Lang- und Kurzstreckenraketen entwickelt. Außerdem habe er Tausende von älteren Raketen modernisiert sowie ihre Reichweite und Durchschlagskraft erhöht. Mit Abu Sisis Hilfe sei die Reichweite der Raketen von sechs auf 22 Kilometer erweitert worden.

Nach Israels Militäroperation "Gegossenes Blei" gegen die Hamas im Gazastreifen zum Jahreswechsel 2008/2009 habe Abu Sisi zudem im Auftrag der Hamas einen Plan für eine militärische Ausbildungsstätte entworfen.

Der Schabak teilte nach der Anklageerhebung mit, Abu Sisi habe während seines Verhörs "wertvolle Informationen" über den militärischen Flügel der Hamas und dessen Struktur preisgegeben.

Wie die Tageszeitung "Ha´aretz" berichtet, wies Abu Sisi am Montag alle Anschuldigungen gegen ihn zurück. Hamas-Sprecher Fawsi Barhum warf Israel vor, mit der Klage seine "eigenen Verbrechen" verdecken zu wollen. Er betonte, Abu Sisi habe keine Beziehungen zur Hamas.

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