Gefahr durch Terrortunnel unterschätzt

Das Sicherheitskabinett war schlecht auf die Terrortunnel der Hamas im Gaza-Konflikt des Jahres 2014 vorbereitet. Das behauptet der staatliche Rechnungsprüfer Schapira in einem Bericht. Auch sei die militärische Führung von der Regierung im Stich gelassen worden.
Eine Fallschirmeinheit hat in der Operation „Starker Fels“ einen Terrortunnel der Hamas im Gazastreifen gefunden
Eine Fallschirmeinheit hat in der Operation „Starker Fels“ einen Terrortunnel der Hamas im Gazastreifen gefunden

JERUSALEM (inn) – Der staatliche Rechnungsprüfer Josef Schapira hat am Dienstag seinen Bericht über die israelische Militäroperation „Starker Fels“ im Gazastreifen im Jahr 2014 vorgelegt. Der Bericht untersucht die getroffenen Entscheidungen im Sicherheitskabinett vor und nach dem Krieg, meldet der staatliche Rundfunk. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Frage nach der Gefahr durch die Terrortunnel der Hamas gelegt.

In dem Bericht heißt es, dass das Sicherheitskabinett die Gefahr der Terrortunnel nicht im Vorfeld debattiert habe. Demnach gab es aber bereits im Jahr 2013 allgemeine Klassifizierungen der Tunnel als strategische Gefahr. Weitere Kritik übt der Rechnungsprüfer an der Führung des Sicherheitskabinetts während des Konflikts. Das Kabinett habe dem Militär keine strategischen Ziele vorgegeben. So sei die Armee gezwungen gewesen, sich eigene Ziele zu suchen. Das Militär habe ohne die notwendige Vorbereitung mit der Gefahr der Terrortunnel umgehen müssen.

Es mangelte an Detailwissen

Die Kritik des Berichts konzentriert sich im Personal auf den damaligen wie heutigen Premierminister Benjamin Netanjahu, den damaligen Verteidigungsminister Mosche Ja’alon, den früheren Generalstabschef Benni Gantz und den nationalen Sicherheitsrat.

Selbst wenn das Sicherheitskabinett nicht die Bedrohung durch die Terrortunnel bewusst vor der Öffentlichkeit verheimlicht habe, sei es selbst nicht detailliert über die Gefahr informiert gewesen. Minister des Sicherheitskabinetts hätten sich demnach auch nicht für die Gefahr der Terrortunnel interessiert und vor allem auch nicht das Militär angeregt, wirkungsvolle Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die Bewohner, die an der Grenze zum Gazastreifen lebten, seien auch nicht auf die Tunnel vorbereitet worden. Es sei sogar noch Budget für Schutzmaßnahmen eingespart worden.

Ja’alon: Schlechtestes Sicherheitskabinett aller Zeiten

40 Oppositionsmitglieder fordern, dass sich Premier Netanjahu in einer Debatte in der Knesset zu den Vorwürfen in dem Bericht äußern soll. Der ehemalige Verteidigungsminister Ja’alon sagt zum Bericht des Rechnungsprüfers, dass er jetzt von politischen Figuren für politische und zynische Zwecke missbraucht werde. Das Sicherheitskabinett sei während der Operation „Starker Fels“ das schlechteste gewesen, das Israel bislang erlebt habe.

Im Vorfeld der Veröffentlichung äußerte sich Netanjahu am Montag in der kostenlosen Tageszeitung „Israel Hajom“: „Im Gegensatz zum Bericht des Rechnungsprüfers unterstütze ich die Führung des Militärs, den Inlandsgeheimdienst Schabak und die Verteidigungskräfte, welche die Bürger Israels schützen.“ Die wahren Lektionen aus der Operation „Starker Fels“ werde die Regierung nicht aus dem Bericht, sondern aus dem direkten und geheimen Austausch untereinander ziehen.

Von: mm

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