Der in den USA geborene Soldat hatte sich freiwillig zum Militärdienst in Israel gemeldet. Er habe das – von seiner Oma geschmierte – Sandwich „in Uniform“ gegessen und sogar mit seinen Kameraden geteilt. Damit hatte er sich eines schweren „Verbrechens“ schuldig gemacht, denn das Butterbrot war mit „Schweinefleisch“ belegt.
Der Kommandeur rief den Soldaten und verurteilte ihn zu elf Tagen Gefängnis. Carmela Menasche, Militärreporterin des Rundfunks, deckte die Geschichte auf und löste eine kontroverse Diskussion aus. In Sondersendungen meldeten sich Militärsprecher und Rabbiner zu Wort. Der Kommandeur habe einen „Fehler“ begangen, den Soldaten ins Gefängnis zu stecken. Stattdessen erhielt er die leichtere Strafe, elf Tage lang im Stützpunkt verbleiben zu müssen.
Später erklärte der Militärsprecher Brigadegeneral Moti Almos, dass die Strafe gänzlich aufgehoben worden sei: „Das Militär wird auf koschere Speisen achten, aber kein weiteres Sandwich auf die Probe stellen.“ Zuvor hatten sich Verwandte des Soldaten an die Medien und den Verteidigungsminister gewandt.
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„Gegen das Selbstverständnis des jüdischen Staates“
Rabbi Eli Ben Dahan, von der Partei „Jüdisches Haus“, kritisierte die Aufhebung der Strafe. Es handle sich hier um einen „rutschigen Steilhang“, weil es um das „Selbstverständnis“ der Armee des einzigen jüdischen Staates der Welt gehe. Die Befehle seien klar und sähen vor, dass Soldaten ausschließlich koscheres Essen genießen dürften, „weltliche, fromme und ultraorthodoxe“. Die Aufhebung der Strafe fördere Disziplinlosigkeit. Ben Dahan meinte, dass die Koscher-Regeln dazu dienten, die „jüdische Identität der Soldaten zu stärken“. Der „Skandal“ um das unkoschere Sandwich hatte eine Woche lang einen hohen Stellenwert in den israelischen Nachrichten. Zu seiner Verteidigung hätte der Soldat aus Boston einen alten jüdischen Witz erzählen können: „Ein Rabbi kommt zum Metzger, zeigt auf den Schinken und sagt: „Ich hätt’ gern diesen Fisch dort.“ Der Metzger: „Aber das ist doch ein Schinken.“ Der Rabbi: „Was interessiert mich, wie der Fisch heißt.“ (uws)» Philistische Schweinerei (inn) Israelisch-Rheinischer Sauerbraten (inn)