Gedenkfeiern für ermordeten Premier Jitzhak Rabin

JERUSALEM (inn) – Der israelische Staatspräsident Schimon Peres hat am Donnerstag die Reihe der Gedenkfeiern an das Attentat auf Premierminister Jitzhak Rabin vor 17 Jahren eröffnet.
Jitzhak Rabin bei einem Treffen mit dem damaligen Palästinenserpräsidenten Jasser Arafat

„Jitzhaks Abwesenheit fällt mehr denn je auf“, sagte Peres während der Feier im Präsidentenpalast, die unter dem Motto „Eine Kerze für Jitzhak“ stand.
Der ehemalige Regierungschef habe den einzig möglichen Weg zu einem demokratischen jüdischen Staat und zu Frieden mit den Nachbarstaaten gezeigt, sagte Peres weiter Er bezeichnete die Zeremonie als „ein Versprechen, Israel als demokratischen Staat mit einer jüdischen Mehrheit, einer blühenden Wirtschaft und einer gerechten Gesellschaft aufrecht zu erhalten.“ Das berichtet die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“.
Während der Feierlichkeiten beschuldigte Rabins Enkel Jonatan Ben-Artzi einige Knesset-Mitglieder, die Demokratie im Land durch eine Reihe von Gesetzesvorschlägen zu untergraben. „Vor 17 Jahren wurde die israelische Demokratie beinahe ermordet. Man würde von jedem erwarten, daraus zu lernen. Doch das ist nicht geschehen“, sagte er. Ben-Artzi ist der Meinung, dass israelische Gesetzgeber versucht hätten, die Gewaltenteilung abzuschaffen, Minderheiten nieder zu trampeln, die Medien zum Schweigen zu bringen und das Oberste Gericht zu lähmen.
In der Knesset ist für den Sonntag eine Gedenkfeier geplant. Premierminister Benjamin Netanjahu, Oppositionsführer Schaul Mofas, Verteidigungsminister Ehud Barak und die Vorsitzende der Arbeitspartei Schelly Jachimowitsch werden dort Reden halten.
Während seiner Amtszeit hatte sich Rabin für ein Friedensabkommen mit den Palästinensern eingesetzt und das „Oslo-Abkommen“ unterzeichnet, von dem man sich eine Lösung des Nahostkonflikts erhoffte. Die israelische Opposition und Teile der Bevölkerung kritisierten Rabin deswegen stark. Am 4. November 1995 wurde er während der Teilnahme an einer Demonstration für den Frieden in Tel Aviv von dem jüdischen Israeli Jigal Amir erschossen.

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