Gedenken an Schoah in Israel und Polen

AKKO / OSWIECIM (inn) - Zwischen den Ghettoaufständen und dem heutigen Kampf der israelischen Armee besteht eine direkte Verbindung. Diese Ansicht äußerte Israels Generalstabschef Benny Gantz am Montag bei einer Zeremonie anlässlich des Holocaust-Gedenktages Jom HaSchoah.

"Dass wir hier stehen, bezeugt, dass sich die Hoffnungen und Herzenswünsche der Überlebenden des Aufstandes heute verwirklichen", sagte Gantz bei der Gedenkfeier im Kibbutz Lohamei HaGetaot (Kibbutz der Ghettokämpfer) in Nordwestgaliläa. "Solange wir hier sind, wird jüdisches Blut nie mehr Freiwild sein." Der Armeechef fügte hinzu: "Auch heute, 63 Jahre nachdem die Heimat des jüdischen Volkes errichtet wurde, weigert sich der Antisemitismus, aus der Welt zu verschwinden. Er ändert seine Sprache und seine Rechtfertigungen, aber sein Ziel ist geblieben, wie es war. Auch heute erklären Staatsführer offen ihren Willen, den Staat Israel zu vernichten."

Das Erbe der Schoah "gibt dem israelischen Kämpfer die stärkste Waffe von allen in die Hand: den Glauben an die Gerechtigkeit unseres Weges", so Gantz. "Es erinnert uns immer an den unverbrüchlichen Zweck der Existenz der israelischen Armee – sich als Pfeil und Schutzschild vor jeden Feind zu stellen, damit wir unsere Häupter erheben und sagen können: ‘nie wieder’."

Einem Bericht der Tageszeitung "Jediot Aharonot" zufolge nahmen an der Zeremonie etwa 6.000 Menschen teil. Darunter waren Überlebende der europäischen Judenvernichtung und Angehörige, aber auch Soldaten und Vertreter von Jugendbewegungen. Die diesjährige Veranstaltung stand im Zeichen von "70 Jahre Endlösung" und "50 Jahre Eichmann-Prozess".

Gemäß der Tradition wurden im Gedenken an die Opfer der Schoah Fackeln entzündet. Daran beteiligte sich auch der Kommandeur des Strafvollzugs im Bezirk Zentralisrael, Nasim Sabiti. Er gehört der Gemeinschaft der Drusen an. Der Israeli hatte festgestellt, dass Hunderte Häftlinge noch nie das Museum der Ghettokämpfer in Yad Vashem besucht hatten. Daraufhin entwickelte er ein Programm, das sie mit dem Gedenken an den Holocaust vertraut macht.

"Marsch der Lebenden" in Auschwitz

In Polen nahmen Tausende Juden aus Israel und anderen Staaten am jährlichen "Marsch der Lebenden" teil. Er führte sie auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers von Auschwitz nach Birkenau. Zugegen waren auch der Rechtsberater der israelischen Regierung, Jehuda Weinstein, dessen Eltern vor dem Zweiten Weltkrieg ins Mandatsgebiet Palästina geflüchtet waren, und der Generaldirektor des Justizministeriums, Guy Rottkopf. Zum Abschluss der Gedenkveranstaltung wurde das jüdische Kaddisch-Gebet gesprochen, das der Erinnerung an Verstorbene gewidmet ist. Der "Marsch der Lebenden" wird seit 1988 veranstaltet.

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