Gedenken an Holocaust

JERUSALEM (inn) – Am Sonntagabend ist der Holocaust-Gedenktag (Jom HaSchoah) in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem eingeleitet worden. In diesem Jahr wird in besonderer Weise auf die Situation der Holocaustüberlebenden hingewiesen – viele von ihnen lebten in Israel in Armut, heißt es in der Tageszeitung “Jerusalem Post“.

“Wir dürfen niemals eine Wirklichkeit hinnehmen, in welcher auch nur einer der Holocaust-Überlebenden in Israel ohne Würde lebt“, sagte die Interimspräsidentin und Knessetsprecherin Dalia Itzik bei der Eröffnungsveranstaltung in Yad Vashem. Zahlreiche israelische und ausländische Persönlichkeiten nahmen an der Veranstaltung teil.

Israels Premierminister Ehud Olmert warnte vor jenen Personen, “die die Lektion des Holocaust noch nicht gelernt haben”. “Viele versammeln sich in angesehenen akademischen Institutionen, deren Augen verblendet und deren Herzen verschlossen sind durch den Hass gegen Israel. Sie verweigern das Recht der jüdischen Bevölkerung, in einem souveränen Staat zu existieren. Sie sind die ersten, die Begründungen für grausame Akte gegen die Bewohner Israels finden und die heftig die Verteidigungsmaßnahmen durch den Staat Israel verurteilen.”

Der Vorsitzende des Yad Vashem-Rates, Josef “Tommy“ Lapid, sagte, dass es heute eine existentielle Bedrohung für die jüdischen Bevölkerung gebe: “(Der iranische Präsident Mahmud) Ahmadinedschad denkt, sechs Millionen Juden seien nicht genug.“

Zum Holocaust-Gedenktag (Jom HaSchoah) ertönten am Montagmorgen in Israel Sirenen. Im ganzen Land gedachten die Menschen in zwei Schweigeminuten der sechs Millionen Juden, die von den deutschen Nationalsozialisten ermordet wurden. Die Namen von Opfern des Holocaust wurden zudem um 11 Uhr Ortszeit in der Knesset vorgelesen.

Gedenkfeiern in Polen

Auch im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gedachten am Sonntag Tausende jüdische Jugendliche der Opfer des Holocaust. Jugendliche aus Israel, Europa und Nordamerika sprachen das Kaddisch (Totengebet) für die Ermordeten. Am Montag werden die Gedenkzeremonien mit dem „Marsch der Lebenden“ fortgesetzt. Tausende jugendliche Israelis und Juden aus aller Welt gehen den Weg zwischen dem ehemaligen Vernichtungslager Birkenau und dem Vernichtungslager Auschwitz. Diesen Weg waren im zweiten Weltkrieg 250.000 Juden auf den so genannten “Todesmärschen“ gegangen.

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