Gedenken an Columbia-Katastrophe vor 15 Jahren

Die NASA hat am Donnerstag der sieben Astronauten gedacht, die beim Unglück der Raumfähre „Columbia“ 2003 ums Leben kamen. Der israelische Künstler Tal Ramon spielte bei der Feier Lieder für seinen toten Vater.
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Auf einer Gedenktafel sind die Namen und Gesichter getöteter Astronauten eingraviert. Im Bild die Besatzung der Columbia.

Foto: Israelnetz/Moritz Breckner

Auf einer Gedenktafel sind die Namen und Gesichter getöteter Astronauten eingraviert. Im Bild die Besatzung der Columbia.

CAPE CANAVERAL (inn) – Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat am Donnerstag ihren jährlichen Tag des Gedenkens für alle im Dienst getöteten Astronauten begangen. Da sich in wenigen Tagen – am 1. Februar – das Unglück der Raumfähre Columbia zum 15. Mal jährt, stand die Erinnerung an die sieben Besatzungsmitglieder im Vordergrund.

Sechs Amerikaner und der Israeli Ilan Ramon starben, als die Columbia am 1. Februar 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über Texas verglühte. Schuld war ein Defekt am Hitzeschild des Space-Shuttles; schon beim Start hatten sich Kacheln des Schildes gelöst, was unbemerkt geblieben war.

Ilan Ramon war der erste israelische Astronaut im Weltraum. Zuvor war er Kampfpilot in der israelischen Armee. Er ist der einzige Nicht-Amerikaner, der posthum mit der „Congressional Space Medal of Honor“ ausgezeichnet wurde. Ramon wurde 48 Jahre alt. Foto: NASA, Wikipedia
Ilan Ramon war der erste israelische Astronaut im Weltraum. Zuvor war er Kampfpilot in der israelischen Armee. Er ist der einzige Nicht-Amerikaner, der posthum mit der „Congressional Space Medal of Honor“ ausgezeichnet wurde. Ramon wurde 48 Jahre alt.

Tal Ramon, Musiker und ein Sohn des getöteten Israelis, spielte bei der Gedenkfeier zwei Lieder und sang dazu auf Hebräisch. Er und andere Angehörige legten Rosen an die große Gedenktafel vor dem Kennedy Space Center, auf der die Namen aller im US-Dienst getöteten Astronauten stehen. Für ihn sei es ein sehr emotionaler Moment gewesen, sagte Tal Ramon laut der Nachrichtenagentur „Associated Press“.

Im Kennedy Space Center in Orlando wird der toten Astronauten der „Columbia“ in einer besonderen Ausstellung gedacht. Zu den wenigen Wrackteilen, die geborgen werden konnten, gehört der Rahmen des Cockpit-Fensters. Foto: Israelnetz/Moritz Breckner
Im Kennedy Space Center in Orlando wird der toten Astronauten der „Columbia“ in einer besonderen Ausstellung gedacht. Zu den wenigen Wrackteilen, die geborgen werden konnten, gehört der Rahmen des Cockpit-Fensters.
Jedes der sieben verstorbenen Besatzungsmitglieder wird in der Ausstellung gewürdigt. Hier der Schaukasten des Israelis Ilan Ramon. Foto: Israelnetz/Moritz Breckner
Jedes der sieben verstorbenen Besatzungsmitglieder wird in der Ausstellung gewürdigt. Hier der Schaukasten des Israelis Ilan Ramon.
Auf einer riesigen Gedenktafel, die von der Autobahn am Kennedy Space Center aus sichtbar ist, stehen die Namen aller Astronauten, die bei Ausübung ihres Berufes auf US-Missionen getötet wurden. Die Namen werden von hinten angeleuchtet. Foto: Israelnetz/Moritz Breckner
Auf einer riesigen Gedenktafel, die von der Autobahn am Kennedy Space Center aus sichtbar ist, stehen die Namen aller Astronauten, die bei Ausübung ihres Berufes auf US-Missionen getötet wurden. Die Namen werden von hinten angeleuchtet.

Ramon wollte „Bote des Zionismus“ sein

Ilan Ramon wurde am 20. Juli 1954 in Tel Aviv geboren. Sein Vater war in der Nazi-Zeit aus Deutschland geflohen, die Mutter hatte das Konzentrationslager Auschwitz überlebt. Während seines Wehrdienstes machte Ramon eine Fliegerausbildung. Er war einer der acht israelischen Piloten, die 1981 in einem Präventivschlag den Atomreaktor „Osiraq“ in der Nähe von Bagdad zerstörten. Seit 1998 lebte er mit seiner Frau Rona und ihren vier Kindern in den USA, wo er am Johnson Space Center (Houston) für seinen Raumflug trainierte.

Ramon wollte ein Zeichen für das jüdische Volk setzen. Obwohl er nicht streng gläubig war, hatte er koschere Speisen auf seinem letzten Flug dabei, da er alle jüdischen Strömungen repräsentieren wollte. Als die Columbia über Jerusalem flog, betete er das „Schema Israel“. An einer Tür des Raumschiffs befestigte er eine Mesusa mit Versen aus der Hebräischen Bibel. Zu Beginn des Schabbat sprach er die traditionellen Segenssprüche über Wein und Brot. Der Astronaut verstand sich als „einen Boten des Zionismus und des jüdischen Volkes“. 2009 starb einer der Söhne Ramons bei einem Übungsflug für die israelische Luftwaffe.

Insgesamt starben im Dienst für die NASA 17 Astronauten bei drei Unfällen: 1967 bei einem Feuer auf der Startrampe von Apollo 1, 1986 bei der Explosion der Raumfähre „Challanger“ und 2003 beim Unglück der Columbia. Sieben weitere Astronauten starben bei Trainingsflügen oder sonstigen Dienstunfällen.

Für jede Weltraummission wird bei der NASA ein eigenes Logo entworfen, das unter anderem von den Astronauten auf ihren Anzügen getragen wird. Das Logo der fatalen Mission der Columbia zeigt die israelische Flagge neben dem Namen Ramons. Foto: Israelnetz/Moritz Breckner
Für jede Weltraummission wird bei der NASA ein eigenes Logo entworfen, das unter anderem von den Astronauten auf ihren Anzügen getragen wird. Das Logo der fatalen Mission der Columbia zeigt die israelische Flagge neben dem Namen Ramons.

Von: mb

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