Gedenken an Arafat

Mit Demonstrationen und Märschen haben Tausende von Palästinensern am Montag des Todestages des früheren Palästinenserführers Jasser Arafat gedacht. In Ramallah besuchten die Teilnehmer das Grab des ehemaligen Präsidenten.
Die Parade in Ramallah wurde von einem kleinen palästinensischen Jungen angeführt.
Die Parade in Ramallah wurde von einem kleinen palästinensischen Jungen angeführt.

In Ostjerusalem und verschiedenen Städten des Westjordanlandes wurden Umzüge und Kundgebungen durchgeführt. Unter den Städten waren unter anderem auch Dschenin, Hebron und Kalkilija. In Reden und Sprechchören wurde an den neunten Todestag des in weiten Teilen der Bevölkerung beliebten Palästinenserführers erinnert. „Abu Ammar (Arafat), du lebst in unseren Herzen weiter. Wir stehen gegen die Zionisten auf“, war ein von der Menge skandierter Ruf.
In Ramallah wurde der Umzug von der Fatah-Jugendbewegung organisiert. Viele Jugendliche waren mit der Kuffije, dem traditionellen schwarz-weißen Arafat-Tuch, vermummt. Andere schwangen palästinensische Fahnen und Fatah-Flaggen und hielten Bilder des verstorbenen Präsidenten hoch. Ein etwa fünfjähriger Junge führte, mit Kuffije bekleidet und mit Plastikgewehr in den Händen, die Parade an. Der Marsch begann am Montagnachmittag am „Al-Manara-Platz“ im Zentrum Ramallahs und endete am Mausoleum Arafats.

„Revolte bis zum Sieg“

Dort versammelten sich die Demonstranten, um nacheinander am Grab Arafats die Eröffnungssure des Korans, die Fatiha, zu rezitieren. Außerdem kamen Vertreter verschiedener Stadtteile sowie Delegierte aus vielen Ländern, um Blumenkränze niederzulegen.
Auf dem verteilten Flugblatt der Jugend-Fatah-Bewegung von Al-Bireh und Ramallah war unter anderem zu lesen: „Wir erneuern unser Versprechen an Arafat und alle unsere Märtyrer, dass sie für immer in unseren Herzen bleiben werden. Wir werden uns um Jerusalem bemühen und nicht ein Sandkorn seines Staubes aufgeben.“ Außerdem erinnerten sie an die in Israel inhaftierten Palästinenser und sicherten ihnen zu, dass es nicht mehr lange dauere, bis sie in Freiheit seien. Das Blatt endete mit dem Satz: „Revolte bis zum Sieg – bis zum Sieg – oder zum Martyrium!“

Arafats Tod

Arafat war am 11. November 2004 in einem Pariser Krankenhaus gestorben. Seitdem hält sich das Gerücht, dass er vergiftet wurde. Im vergangenen November wurde der Leichnam Arafats exhumiert und Proben entnommen, nachdem Spuren von Polonium 210 an dessen Kleidung gefunden wurden. Die Proben wurden in Frankreich, Russland und der Schweiz untersucht. In der vergangenen Woche hat der Schweizer Bericht dargelegt, dass es starke Hinweise auf eine Vergiftung Arafats gebe. Der Bericht aus Russland war vorsichtiger und hatte Zweifel an der These. Ergebnisse aus Frankreich stehen noch aus.
Unabhängig der Untersuchungsergebnisse nimmt die palästinensische Bevölkerung mehrheitlich an, dass Arafat durch den Staat Israel vergiftet wurde, oder – wie es ein 20-jähriger Student auf der gestrigen Veranstaltung in Ramallah formulierte: „Hier wissen alle, dass Abu Ammar durch Palästinenser vergiftet wurde. Aber das waren Palästinenser, die mit den Israelis zusammenarbeiten. Die Juden wollten ihn töten und sie haben ihn getötet.“
Die israelische Regierung hat indes sämtliche Anschuldigungen zurückgewiesen, am Tod Arafats beteiligt zu sein.

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