Gaza-Siedler: hohe Arbeitslosigkeit, seelische Probleme

JERUSALEM (inn) - Drei Jahre nach dem Rückzug ist die Arbeitslosenquote der früheren Gaza-Siedler fast dreimal so hoch wie im übrigen Israel. Mehr als die Hälfte von ihnen hat sich psychotherapeutisch behandeln lassen. Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Ma´agar Mohot" hervor.

Von den ehemaligen israelischen Bewohnern des Gazastreifens sind 17 Prozent arbeitslos, im ganzen Land waren es Ende März 6,3 Prozent. Besonders betroffen sind die Landwirte, unter ihnen liegt der Anteil bei 31 Prozent. 15 Prozent der Befragten gaben an, finanzielle Unterstützung von Angehörigen oder Freunden zu erhalten.

Dass die Entschädigungszahlung für ein neues Haus nicht ausreiche, sagten 69 Prozent der Teilnehmer. 24 Prozent verwenden dieses staatliche Geld für ihren Lebensunterhalt. Bei 55 Prozent hat sich der Gesundheitszustand in den vergangenen drei Jahren verschlechtert, ein ebenso großer Anteil war in psychologischer Behandlung. Des Weiteren teilten 29 Prozent mit, die Beziehungen innerhalb ihrer Familie hätten unter dem Rückzug gelitten.

Fast alle ehemaligen Siedler (96 Prozent) sind enttäuscht darüber, wie sich israelische Politiker und Entscheidungsträger ihnen zuwenden. 90 Prozent sehen keinen Ansprechpartner für ihre Bedürfnisse.

Im Sommer 2005 hatte Israel in einem einseitigen Schritt alle Siedlungen im Gazastreifen und vier Ortschaften im Westjordanland geräumt.

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