„Gandhi war ein Mann Jerusalems“

JERUSALEM (inn) - In einer Sondersitzung hat das israelische Parlament am Mittwoch des vor zehn Jahren ermordeten Tourismusminister Rehavam "Gandhi" Se´evi gedacht. Premierminister Benjamin Netanjahu würdigte den Politiker als "Mann Jerusalems".

"Jeder, der ihn kannte, weiß, wie tief Jerusalem in seiner Seele und in seinem Bewusstsein eingegraben war", sagte Netanjahu laut einer Mitteilung seines Büros. "Es war im Zentrum seines Wesens. In seiner Weltauffassung befand es sich hoch, hoch über allem anderen, Jerusalem, unsere ewige Hauptstadt."

Der Regierungschef fügte hinzu: "Gandhi wurde in am 8. Tamus 5686, am 20. Juni 1926, in Jerusalem geboren, zwei Gehminuten von diesem Ort entfernt. Bei seiner Geburt konnte er noch ungehindert in die Altstadt gehen, zur Klagemauer. Aber nach dem Unabhängigkeitskrieg konnte man das nicht mehr tun, und auch Jerusalem wurde immer mehr gesammelt. Es war eine arme, geteilte und aufteilte Stadt. Die Jerusalemer unter uns erinnern sich an sie in einem bestimmten Zauber einer dörflichen und intimen Stadt, aber sie war klein und hatte keine gesicherte Zukunft."

Erst im Sechstagekrieg sei Jerusalem befreit, vereinigt, und dann erweitert worden, führte Netanjahu aus. "Und Gandhi war an seiner Befreiung beteiligt. Gemeinsam mit Verteidigungsminister Mosche Dajan, Generalstabschef Jitzhak Rabin und dem Kommandeur der Brigade des Zentrums, Usi Narkiss, durfte er unter den ersten sein, die durch das Löwentor ins Innere der Altstadt brachen, auf dem Weg zur Klagemauer."

"Gandhi legte die Grenzen Jerusalems fest"

Mit dem Ende des Sechstagekriegs habe Verteidigungsminister Dajan seinen Freund Gandhi angewiesen, die neue kommunale Grenze Jerusalems festzulegen, teilte der Regierungschef mit. Dieser habe ein Ziel vor Augen gehabt: das Gebiet zu vergrößern und die Zukunft als vereinigte Hauptstadt Israels sichern. Die Grenzen seien nachher von der Regierung abgesegnet worden.

"Ich erinnere mich, dass Gandhi in all den Jahren seiner Mitgliedschaft in der Knesset darauf bestand, an den Tagen in Jerusalem zu übernachten, an denen er in der Knesset arbeitete", sagte Netanjahu weiter. "Er sah darin ein persönliches Vorrecht, das ihm geschenkt worden war. Und zu unserem großen Bedauern fand er in Jerusalem seinen Tod, in seinem geliebten Jerusalem ist er gefallen." Am 17. Oktober 2001 sei Se´evi durch palästinensische Attentäter lebensgefährlich verwundet worden – "und 75 Jahre nach seiner Geburt, nicht weit von den Mauern der Altstadt entfernt, erlag er den tödlichen Verletzungen gegenüber den Mauern, die er kannte und liebte".

Netanjahu empfahl: "Wir alle, die wir Jerusalem lieben, können von Gandhi lernen. Es ist unsere Pflicht, die Einheit Jerusalems zu wahren, zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt und die Welt ein ums andere Mal daran zu erinnern, dass Jerusalem niemals die Hauptstadt eines anderen Volkes war. Die Welt daran zu erinnern, dass wir in den Tausenden Jahren des Exils nach Jerusalem gebetet haben."

Seit dem Krieg sei die einst dörfliche Stadt zu einer pulsierenden Metropole geworden, fügte der Premierminister an. Es sei "nicht nur eine historische Stadt, eine Stadt mit einer gewaltigen Vergangenheit, sondern auch eine Stadt mit einer gewaltigen Zukunft". Die israelische Regierung werde Jerusalem weiterentwickeln. "Wir bauen in Jerusalem, weil das unser Recht und unsere Pflicht ist, für diese Generation und für die kommenden Generationen. Nicht als Strafe, sondern als Grundrecht unseres Volkes, seine ewige Hauptstadt aufzubauen." Jerusalem werde niemals zum Zustand vor dem Sechstagekrieg zurückkehren.

Am 17. Oktober 2001 hatten mehrere Palästinenser den 75-jährigen Tourismusminister in einem Jerusalemer Hotel erschossen. Er hatte auf eine persönliche Leibwache verzichtet. Die Mörder gehören der marxistischen "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP) an. Nach dem jüdischen Kalender war am Tag des Mordes der 30. Tischri – in diesem Jahr fiel er auf den 28. Oktober.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen