Für die Karriere in der Politik: Shaul Mofaz verzichtet auf Zeit und Geld

TEL AVIV (inn) – Israels populärer Ex-Generalstabschef Shaul Mofaz ist auf eigenen Wunsch am Sonntag aus dem aktiven Dienst der Armee ausgeschieden. Beobachter rechnen damit, daß sich der frühere General-Leutnant nun um einen Platz auf der Liste des Likud-Blocks für die nächsten Wahlen bewirbt. Auch die Position des Verteidigungsministers ist im Gespräch für Mofaz, der als erster Sefarde (orientalischer Jude) Generalstabschef war.

Aufgrund von Zeitausgleichsmaßnahmen und angespartem Urlaub hätte Mofaz noch fast ein Jahr bezahlten Urlaub nehmen können. Er hatte sein Amt vor 32 Tagen an seinen Nachfolger Moshe “Bugie” Ya´alon abgegeben. Der selbst gewählte Abschied und der Verzicht auf den bezahlten Urlaub hängen offenbar mit der angespannten politischen Lage zusammen.

Israelische Offiziere dürfen erst sechs Monate nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst in der Politik tätig werden. Sollten die ursprünglich für November 2003 geplanten Neuwahlen zur Knesset vorgezogen werden, könnte Mofaz möglicherweise nicht kandidieren.

Er hatte sich nach der Amtsübergabe mit Premierminister Ariel Sharon getroffen, um über ein Engagement im Likud zu reden. Mofaz wäre der erste Ex-Stabschef, der in den Likud eintreten würde. Bis auf die “Raful” Eitan (Tsomet-Partei) und Amnon Lipkin-Shahak (Zentrumspartei), die beide die politische Bühne verlassen haben, wandten sich alle politisch aktiv gewordenen Armeechefs der Arbeitspartei zu. Im Gespräch ist ferner, daß Mofaz das Verteidigungsministerium übernimmt, wenn die große Koalition zu Ende gehen sollte. Frühester Termin für ein Engagement von Mofaz ist der Februar 2003.

Hintergrund: Israels Generalstabschefs

“Bugie” Ya´alon ist der 17. Generalstabschef in der Geschichte der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (Zahal). Dies waren seine Vorgänger:

Yacov Dori – 1948 – 1949
Yigael Yadin – 1949 – 1952
Mordechai Maklef – 1952 – 1953
Moshe Dayan – 1953 – 1958
Chaim Laskov – 1958 – 1961
Zvi Tzur – 1961 – 1964
Yitzhak Rabin – 1964 – 1968
Chaim Bar-Lev – 1968 – 1972
David Elazar – 1972 – 1974
Mordechai Gur – 1974 – 1978
Rafael Eitan – 1978 – 1983
Moshe Levy – 1983 – 1987
Dan Shomron – 1987 – 1991
Ehud Barak – 1991 – 1995
Amnon Lipkin-Shahak – 1995 – 1998
Shaul Mofaz – 1998 – 2002

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