Fünftes Erdbeben binnen einer Woche

TIBERIAS / JERUSALEM (inn) – Ein leichtes Erdbeben mit einer Stärke von 3,3 auf der Richterskala hat am Dienstagmorgen den Norden Israels erschüttert. Es ist das fünfte Beben in sechs Tagen. Bereits am Sonntag kam die israelische Regierung mit Experten zu einer Sondersitzung zusammen.
Im Norden Israels wie hier in Tiberias hat es leichte Erdbeben gegeben.
Im Norden Israels wie hier in Tiberias hat es leichte Erdbeben gegeben.

Seit Donnerstag hat es in der Gegend des See Genezareth schon fünf Erdbeben gegeben, alle mit einer Stärke von mehr oder weniger 3,5 auf der Richterskala. „Die Kaffeetassen tanzten auf meinem Tisch“, erzählte eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung in Tiberias. Sie saß im dritten Stockwerk, während am Boden die Beben kaum zu spüren waren. Es wurde auch kein Schaden gemeldet.
Beim sogenannten Syro-Afrikanischen Bruch stoßen zwei Erdplatten aufeinander, deren Reibung in der Geschichte schon sehr schwere Erdbeben verursacht hat. So entstand auch der Erdriss, in dem sich der See Genezareth, die Jordansenke und das 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Tote Meer befindet. Das letzte große Erdbeben fand 1927 statt, als die galiläische Stadt Safed (Zefat) halb zerstört wurde und erhebliche Schäden auch an historischen Gebäuden in Jerusalem entstanden.

Standards gegen den Einsturz

„Die meisten kleinen Beben werden nur durch die Seismografen registriert. Ob sie die Vorläufer eines größeren Bebens sind, können wir nicht vorhersehen“, sagte Dov Zakowfski vom Seismologischen Institut. Premierminister Benjamin Netanjahu hatte schon am Sonntag eine Sitzung mit Verantwortlichen der militärischen Heimfront einberufen, die nicht nur für den Schutz gegen Raketen aus dem Libanon oder Gaza verantwortlich ist, sondern auch für Katastrophen wie Erbeben. Seit den achtziger Jahren müssen alle Neubauten in Israel entsprechend Standards errichtet werden, die Häuser auch bei schweren Erdbeben nicht einstürzen lassen. Von den rund 1,1 Millionen Häusern in Israel entsprechen etwa 200.000 nicht den Anforderungen für den Fall eines Erdbebens. Über 100.000 Bauten würden in einer solchen Situation die Gefahr laufen, einzustürzen.
Bei einem Erdbeben mit einer Stärke von 7,5 auf der Richterskala rechnet das Militär mit 15.000 Toten und 20.000 eingestürzten Häusern. Seit der biblischen Zeit sind viele schwere Erdbeben überliefert und später von Archäologen dokumentiert worden. Bei den Beben wurden immer wieder ganze Städte völlig zerstört.

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