Fünf Israelis spionierten für den Iran

Der israelische Geheimdienst nimmt fünf jüdische Israelis fest. Der Vorwurf: Spionage im Auftrag des Iran. Premier Bennett zeigt sich kämpferisch und fordert Israel auf, achtsam zu sein.
Von Israelnetz
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Der Iran sieht sich in Teilen nicht mehr an das Atomabkommen gebunden
Der Iran versucht wiederholt Israels Bürger zur Spionage anzuwerben

TEL AVIV (inn) – Fünf jüdische Israelis sind wegen des dringenden Verdachts der Spionage festgenommen worden. Dies teilte der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak am Mittwoch mit. Die vier Frauen und ein Mann sollen durch einen Kontakt im Iran teilweise jahrelang für die Islamische Republik spioniert haben. Dafür erhielten sie finanzielle Anreize.

Über den Social-Media-Dienst Facebook hat ein Mann namens Rambod Namdar Kontakt zu den Israelis aufgenommen. Er gab sich als ein iranischer Jude aus. Auch wenn die Verdächtigen teilweise selbst den Verdacht hegten, dass der Iran hinter den Anweisungen steht, haben einige weiter gegen Geld für Namdar spioniert, teilten die Ermittler mit.

Namdar wollte zum Militärdienst überreden

Der Schabak gab der Öffentlichkeit einige Details bekannt. So habe etwa eine 40-Jährige aus Holon, gemeinsam mit ihrem Mann, die damalige US-Botschaft in Tel Aviv fotografiert. Ebenso beschafften sie heimlich Bildmaterial von Sicherheitsmaßnahmen eines Einkaufszentrums in Holon und sendeten dies dem iranischen Kontaktmann. Namdar bat die Frau außerdem, ihren Sohn zu überreden, einen Militärdienst in der Geheimdienstabteilung zu leisten. Laut der israelischen Sicherheitsbehörde ging Namdars Kontakt so weit, dass dieser mit dem Sohn telefonierte.

Ebenso zum Militärdienst überreden wollte Namdar einen Sohn einer 57-jährigen aus Beit Schemesch. Außerdem sollte sie für den iranischen Mann die 2018 eröffnete US-Botschaft in Jerusalem fotografieren, dies misslang allerdings. Die Frau erhielt etwa 5.000 Dollar für ihre Dienste. Hinzu kommen drei weitere Frauen, die für Namdar Objekte fotografierten oder andere Spionagejobs übernahmen.

Bennett lobt Schabak

Der Geheimdienst selbst sprach von einer „schwerwiegenden Affäre“. Allerdings sei es positiv zu bewerten, dass es verhindert worden sei, ein Spionagenetz aufzubauen, welches Informationen aus Israel an den Iran liefere. Der Schabak stellte am Mittwoch klar, dass es in den vergangenen Jahren einige ähnliche Versuche des Iran gegeben habe, israelische Bürger für Spionagetätigkeiten anzuwerben. Die fünf angeworbenen Israelis sind mittlerweile angeklagt worden und warten auf ihren Prozess.

Premierminister Naftali Bennett (Jamina) lobte den Schabak für dessen Einsatz und das Aufdecken des Spionagerings. „Israel führt eine Kampagne gegen den Iran“, sagte Bennett. Besonders weil der Iran es immer wieder versucht, die zivile Bevölkerung für Spähaktionen anzuwerben, forderte er die Bevölkerung auf, sich dieser Versuche bewusst zu sein. (joh)

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