Friedensaffe endlich gefangen

Einer französischen Nonne ist im Libanon ein Affe nach Israel ausgebüxt. Das als „Friedensvermittler“ bezeichnete Tier ist nach mehreren Wochen mit Hilfe der UNO und durch Israelis heimgekehrt.
Die Affenart der Grünmeerkatze hat im Libanon und in Israel für Aufsehen gesorgt (Symbolbild)
Die Affenart der Grünmeerkatze hat im Libanon und in Israel für Aufsehen gesorgt (Symbolbild)

BEIRUT / JERUSALEM (inn) – Ein kleiner flinker Affe ist „trotz Krieg und Grenzbefestigungen“ vom Libanon über die Grenze hinweg ausgerechnet nach Israel „infiltriert“, wo laut Medien „Apartheid“ und andere menschen- wie affenfeindliche Ideologien herrschen. Der kenianische Vervet-Affe kümmerte sich weder um Kämpfer der als Terror-Organisation bezeichneten Hisbollah, libanesische Soldaten, UNO-Beobachter noch um schwerbewaffnete israelische Soldaten und die elektronische Absicherung der Grenzbefestigungen. Die arabische Nachrichtenagentur „Gulfnews“ berichtete, dass der Affe in der israelischen Bevölkerung eine „Panik“ ausgelöst habe.

Tatsache ist, dass die französische Nonne Beatrice Mauger im grenznahen libanesischen Dorf Bint Dschbeil auf dem Gelände der maronitischen Kirche eine „Friedensarche“ eingerichtet hat. Unter den Tieren pflegte sie im Gehege neben Esel und Kamel auch den kleinen grauen Primaten mit dem Namen Tachtuch. Vor fast drei Wochen war er verschwunden. Er wurde mehrfach in israelischen Ortschaften im Norden des Landes gesichtet, zum Vergnügen der Bewohner. Aber er war scheu und ließ sich partout nicht einfangen. Die israelische Polizei fahndete erfolglos nach ihm, als ob er ein Terrorist sei.

Israelis erstaunt über Fähigkeiten des Affens

Die Nonne bezeichnete das Tier als „Friedensvermittler“. Aber auf Facebook kommentierte das ein Libanese mit den Worten: „Das ist keine Methode, Palästina zu befreien. Komm heim in den Libanon.“ In den Sozialen Medien zeigten sich israelische Nutzer erstaunt darüber, wie es dem Affen gelungen sei, die seit 20 Jahren hermetisch abgesperrte Grenze zu überwinden.

Derweil hat die Nonne über die libanesische Regierung einen Antrag an Israel gestellt, ihr doch bitteschön das Tier wieder zu übergeben. Laut der libanesischen Zeitung „Daily Star“ habe die Nonne sich erst an Vertreter der UNO gewandt, mit der Forderung nach einer „Repatriierung“ ihres Affen. Repatriierung bedeutet die Rückführung von in der Regel Kriegsflüchtlingen, Vertriebenen oder Kriegsgefangenen. Das wurde von der UNO-Überwachungsorganisation UNIFIL gegenüber Zeitung bestätigt.

Wie im israelischen Rundfunk ausführlich berichtet wurde, setzten die Israelis „alle Mittel“ ein, um den Affen in eine Falle zu locken und unbeschadet einzufangen. Eine Frau erzählte, sogar mit Yoga versucht zu haben, Einfluss auf das Tier zu nehmen. Am Donnerstagabend hieß es, dass er in die Falle gelaufen sei. Demnächst soll er mit Vermittlung der UNO am Grenzübergang in Nakura Vertretern der libanesischen Armee überreicht werden, die ihn dann der Nonne überbringen sollen.

Von: Ulrich W. Sahm

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