„Freundschaft braucht manchmal eine Erinnerung“

Der TV-Moderator Cherno Jobatey ist Herausgeber der „Huffington Post Deutschland“ und Moderator des diesjährigen „Israelkongresses“. Im Interview mit Janis Just erklärte er, was ihn mit dem jüdischen Staat verbindet und warum er am kommenden Sonntag einen Kongress zu Israel in Berlin moderieren wird.
Cherno Jobatey wird den 3. Deutschen Israelkongress in Berlin moderieren. (Archivbild)
Cherno Jobatey wird den 3. Deutschen Israelkongress in Berlin moderieren. (Archivbild)

Herr Jobatey, wie kam es dazu, dass Sie den diesjährigen „Israelkongress“ am 10. November in Berlin als Moderator begleiten werden?

Die Organisatorin des Kongresses, Melody Sucharewicz, schätze ich sehr. Sie wusste, dass ich schon eine Reihe von Charity-Veranstaltungen für israelische Einrichtungen gemacht habe – zum Beispiel für das „Scheba Medical Center“ in Tel HaSchomer, eines der größten medizinischen Zentren im Nahen Osten. Als Melody mich gefragt hat, ob ich die Moderation übernehmen will, habe ich mich gefreut und direkt zugesagt.

Haben Sie eine persönliche Beziehung zu Israel oder zur jüdischen Kultur?

Wir wohnten damals sehr beengt und als ich als Teenager zuhause ausziehen wollte, zog ich zu der jüdischen Familie eines Klassenkameraden. Dort wurde ich drei Jahre lang aufgenommen und habe viel über Judentum und jüdische Kultur gelernt. Dem bin ich bis heute noch sehr verbunden.

Wie schätzen Sie das Verhältnis Deutschlands zu Israel ein?

Das deutsch-israelische Verhältnis ist nicht schlecht. Eine Freundschaft braucht aber auch ab und an eine kleine Erinnerung – eine solche Erinnerung ist zum Beispiel der Israelkongress.

Sie engagieren sich auch bei der zivilgesellschaftlichen Initiative „Schule ohne Rassismus“ – ein Ausdruck Ihres leidenschaftlichen Engagements gegen Ungerechtigkeit?

Ich glaube, ich habe in meinem Leben eine Menge Glück gehabt. Nun möchte ich auch etwas zurückgeben. In meinem Leben habe ich Leute getroffen, die mir eine Möglichkeit gegeben und Chancen eröffnet haben. Dafür bin ich sehr dankbar. Wenn ich nur schaffen kann, den Staffelstab weiterzureichen, so dass ein zweiter ein bisschen Glück auf seinem Lebensweg erfährt, dann ist das ein Erfolg für mich. Denn wir wissen alle, dass wir nicht im Paradies leben und dass viele Dinge nur ein Produkt von Arbeit sind. Es gibt viel zu tun und wenn ich dort helfen kann, dann tue ich das gerne.
Informationen zum 3. Deutschen Israelkongress gibt es unter: www.israelkongress.de

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