Wie die Tageszeitung „Ha‘aretz“ berichtet, hatten Vertreter der Gruppe und Angehörige der Regierung eine „hitzige Debatte“ bis zum späten Sonntagabend geführt. Schließlich hätten die Frauen einem Plan zugestimmt, laut dem eine neue Fläche am südlichen Ende der Klagemauer eingerichtet werden soll. Dort soll den Frauen das Gebet nach ihren Vorstellungen möglich sein.
„Mit großem Schmerz und mit Trauer haben wir angefangen, diese neue Strategie in Erwägung zu ziehen, aber wir müssen Agenten des Wandels sein“, sagte Anat Hoffman, die Vorsitzende der Organisation „Frauen der Klagemauer“ nach der Entscheidung.
Die Frauengruppe fordert eine gleichberechtigte Vertretung in der Führung und Verwaltung der Klagemauer. Wenn Frauen an der Klagemauer laut singen, aus der Torah vorlesen oder den Tallit, den jüdischen Gebetsschal, tragen, dann entweihen sie nach Ansicht der zuständigen Geistlichen das Gebiet um die Klagemauer. Weil sie ihre Gebete gegen die an der Klagemauer gültigen Regeln abgehalten hatten, waren in der Vergangenheit immer wieder Frauen inhaftiert worden. Ende April hatte das Jerusalemer Bezirksgericht Frauen das laute Gebet und das Tragen des Gebetsschals an der Klagemauer erlaubt. Mit der Entscheidung haben die „Frauen der Klagemauer“ einen Sieg errungen. Allerdings hatte es immer wieder Proteste von ultra-orthodoxen Juden gegeben, wenn die Frauen im Frauenbereich auf diese Art gebetet hatten. Deshalb soll nun eine weitere Plattform an der Stätte eingerichtet werden, wo das laute Beten möglich ist.