Frankfurt: Hunderte demonstrieren gegen Rede des iranischen Präsidenten

FRANKFURT (inn) – Mehrere hundert Menschen haben am Mittwoch anlässlich des Gedenkens an die Progromnacht von 1938 in Frankfurt gegen die aufhetzende Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmedinedschad demonstriert. Die Rede habe verdeutlicht: “Die Sprache des Islamismus ist klar und deutlich – genozidal”, sagte einer der Organisatoren, Sacha Stawski.

Laut der Medien-Beobachtungsgruppe “Honestly Concerned” hatten sich am Mittwoch etwa 400 Menschen vor der Frankfurter Paulskirche zusammengefunden, um gegen Ahmedinedschads Aufruf zur “Vernichtung Israels” zu protestieren. Die “Frankfurter Rundschau” spricht von 450 Demonstranten, die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (F.A.Z.) hingegen von nur 250.

In der Paulskirche wurde der Opfer des Progroms der Nationalsozialisten gedacht. Unter den geladenen Gästen waren Holocaust-Überlebende, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth und die hessische Kultusministerin Karin Wolff.

Korn, der auch an der Kundgebung vor der Paulskirche teilnahm, kritisierte gegenüber der F.A.Z., dass es außer den Protestnoten vieler Regierungen keine größeren Protestaktionen gegen die Rede des iranischen Präsidenten gegeben habe. “Wo waren die ganzen Demonstranten, die auf die Straße gehen, wenn es um Unrecht geht?”

Sacha Stawski, Gründer von “Honestly Concerned”, warnte in seiner Rede: “Die Drohungen des Herrn Ahmadinedschad und seiner Gleichgesinnten richten sich nicht nur gegen den Staat Israel. Sie richten sich gegen die gesamte westliche Lebensweise und gegen jeden der hier Anwesenden.” Er fuhr fort: “Manch einer mag Straßenproteste wie diesen für kindisch oder unangemessen halten. Manch einer mag es vorziehen, bei Freunden oder Bekennanten über die aktuelle Situation zu lamentieren, gegebenenfalls mal einen Leserbrief zu schreiben, oder, was viel wahrscheinlicher ist, gar nichts zu tun. Zu viele denken, dass es ja nicht um einen selber geht oder das andere da schon aktiv werden, aber das ist falsch!”.

Ahmadinedschad habe scheinbar “nichts wirklich Neues oder Überraschendes” von sich gegeben, als er die “Tilgung Israels von der Landkarte” forderte. “Aber die Deutlichkeit seiner Worte, gekoppelt mit seinem absolut zu verhindernden Streben, eine Atommacht zu werden (…) haben ausnahmsweise endlich einmal dazu geführt, dass die Welt zugehört hat”, so Stawski.

Die Demonstration wurde organisiert von “Honestly Concerned”, dem Jüdischen Jugend- und Studentenverband Hessen, der “Zionistischen Organisation Frankfurt”, der “Prozionistischen Linken Frankfurt”, der Frankfurter Loge B’nai B’rith sowie vom Verein Wadi, der Hilfsprojekte im Nahen Osten unterstützt.

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